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| 12:29 Uhr

Migration
Mehr Sicherheit für Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung

Dresden. In der Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung liegen bei einem Teil der Flüchtlinge die Nerven blank. Immer wieder kommt es zu Konflikten. Kritische Stimmen gibt es zu den Lebensbedingungen.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Dresdner Erstaufnahmeunterkunft für Flüchtlinge soll durch mehr Wachpersonal ein Ende finden. Genau Zahlen wollte die zuständige Landesdirektion am Montag aber bewusst nicht geben. Die angestrebte Videoüberwachung sei ein mittelfristiges Vorhaben, sagte ein Behördensprecher auf Anfrage. Zunächst müssten alle juristischen Dinge geprüft werden. Am Wochenende war es erneut zu Gewaltausbrüchen zwischen Asylsuchenden gekommen. Ein 47-jähriger Georgier wurde im Gelände Bremer Straße schwer verletzt, drei Landsleute erlitten leichte Verletzungen. Mehrere Flüchtlinge kamen in Gewahrsam.

Linke kritisiert Flüchtlingsunterbringung

Die Linken stellten einen Zusammenhang mit den Bedingungen der Unterbringung her: „Wenn Menschen auf lange Zeit gemeinsam in einer Massenunterkunft kaserniert werden, dann sind Konflikte vorprogrammiert. Je größer die Unterkunft, je länger die Aufenthaltsdauer und je geringer die Perspektive auf eine positive Entscheidung des Asylbegehrs, desto größer werden Anspannung und Aggression“, erklärte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Wenn Sachsens Regierung Ankerzentren mit einer Kapazität bis 1000 Personen einrichten und die Aufenthaltsdauer in der Erstaufnahme auf bis zu 24 Monate verlängern wolle, widerspreche das nicht nur menschenrechtlichen Standards. Es werde Konflikte weiter anheizen.

SPD-Politiker fordert mehr Personal

„Die Häufung von gewalttätigen Konflikten ist auffällig. Den Ursachen dafür muss man auf den Grund gehen“, betonte SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas. Es dürfe nicht bei der Behandlung der Symptome bleiben. Solche Unterkünfte brauchten ausreichend Personal für die Betreuung: „Wir werden beim verantwortlichen Innenminister nachhaken, ob hier zugunsten von Wachpersonal an der Betreuung und an Beschäftigungsmöglichkeiten gespart wurde.“ Eines sei klar: Der Aufenthalt in solchen großen Gemeinschaftsunterkünften sollte so kurz wie möglich gehalten werden.“

Polizei ermitteltgegen mehrere Gewalttäter

Im aktuellen Fall gerieten laut Polizei in der Nacht zum Sonntag zunächst 20 Flüchtlinge aus bislang unbekannter Ursache in Streit. Rund 60 Personen seien binnen kurzem in die Schlägerei verwickelt gewesen. Als die Polizei eintraf, war diese beendet. Wenig später kam es erneut zu Gewalt. Die Polizei ermittelt gegen zwei Libyer – beide 23 Jahre alt – und gegen einen 29-jährigen Georgier wegen Landfriedensbruchs und schwerer Körperverletzung.

Unterdessen hat die Landesdirektion in der Erstaufnahme in der Hamburger Straße den Treppenhausturm mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet. Es soll verhindern, dass Gegenstände auf den Hof geworfen werden können. Unlängst waren dort Polizisten bei einem Einsatz attackiert worden.

(dpa)