| 02:38 Uhr

Mehr Kriminelle in Sachsen

Die Zahl der Straftaten in Sachsen ist 2016 wieder gestiegen.
Die Zahl der Straftaten in Sachsen ist 2016 wieder gestiegen. FOTO: dpa
Dresden. Die Kriminalität in Sachsen hat nach einem Rückgang 2015 im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Innenminister Markus Ulbig (CDU) führt das "im Wesentlichen auf den Anstieg bei den tatverdächtigen Zuwanderern zurück". Christine Keilholz /

Ihr Anteil an allen 93 340 ermittelten Tatverdächtigen sei im vergangenen Jahr von 6,7 auf 10,2 Prozent gestiegen, sagte er am Mittwoch in Dresden bei der Vorlage der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).

Rund 18 400 Tatverdächtige, die die Polizei im vorigen Jahr aufgriff, waren nach Angaben von Ulbig nicht deutscher Herkunft. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Asylbewerber und Flüchtlinge, aber auch Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis. Noch 2015 machte diese Gruppe knapp sieben Prozent der Tatverdächtigen aus - inzwischen sind es zehn Prozent. Insgesamt kamen 2016 in Sachsen knapp 325 000 Straftaten zusammen. Das sind 9900 mehr als im Jahr zuvor. Der Innenminister sprach gestern in Dresden von einer "veränderten Sicherheitslage" mit "neuen Herausforderungen".

Den Anstieg erklärt Ulbig mit den zugenommenen Straftaten "durch Zuwanderer". Widerspruch kam gestern von den Linken. Deren Sicherheitspolitiker Enrico Stange warf dem Minister vor, "auf den Zug der Bundestagswahlkämpfer aufzuspringen" und "bewusst fremdenfeindliche Ressentiments" zu bedienen.

Die Aufklärung gelang in 56 Prozent der Fälle - das ist in etwa Vorjahresniveau. Ulbig verwies darauf, dass das Personal bei der Polizei sukzessive aufgestockt werde. Ebenso will er die Ausstattung der Beamten "Schritt für Schritt erweitern". Länder Seite 4