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| 02:41 Uhr

Mehr Hilfe für suchtkranke Strafgefangene

Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) lobt neue Therapieange bote.
Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) lobt neue Therapieange bote. FOTO: dpa
Dresden. Sachsen baut sein Angebot für drogenabhängige Gefangene aus. Der Jugendstrafvollzug in Regis-Breitingen bekommt zum 1. dpa/uf

Juni eine Therapiestation. Dafür sind 11 Plätze vorgesehen, teilte das Justizministerium mit. Zu der bereits bestehenden Station in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Zeithain soll später noch eine im Chemnitzer Frauengefängnis hinzukommen.

In Zeithain gibt es 20 Plätze für suchtkranke Männer. Hier geht es vor allem um Crystal-Konsumenten. Nach einer Erhebung haben etwa 40 Prozent aller Gefangenen in Sachsen ein Suchtproblem mit Drogen und Alkohol. Bei 30 Prozent geht es um eine Abhängigkeit, bei 10 Prozent liegt ein schädlicher Gebrauch von Rauschmitteln vor.

Nach Angaben des Ministeriums werden binnen eines Jahres im sächsischen Justizvollzug etwa 9200 Gefangene untergebracht. Mehr als 2500 davon nehmen jährlich Termine bei der Suchtberatung wahr. Etwa 450 Gefangene beantragen mit Unterstützung der Suchtberater eine stationäre Suchttherapie nach der Entlassung.

"Die Tendenz, dass nicht mehr die Alkoholabhängigkeit, sondern die Abhängigkeit von illegalen Drogen bei Gefangenen dominierend ist, zeichnet sich seit mehreren Jahren ab", hieß es.

Ausländische Straftäter würden nicht gesondert statistisch erfasst. Gegenwärtig werde die Suchttherapie in den JVA durch den Kriminologischen Dienst Sachsens evaluiert.

"Die Verwirklichung eines modernen Behandlungsvollzugs und die sichere Unterbringung der Verurteilten müssen Hand in Hand gehen", erklärte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). Dass dies möglich ist, zeige die im Jahr 2014 in Zeithain eingerichtete Therapiestation: "Die konzeptionelle Ausgestaltung in Form einer sozialtherapeutischen Wohngruppe, die durch vielfältige Behandlungsmaßnahmen wie Kunst- und Gartentherapie sowie tiergestützte und bewegungstherapeutische Maßnahmen ergänzt wird, ist bundesweit einmalig." Drogenspürhunde ein.