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Mehr Falschgeld in Sachsen im Umlauf

Nichts wert: Euro-Noten, die die Polizei aus dem Verkehr gezogen hat.
Nichts wert: Euro-Noten, die die Polizei aus dem Verkehr gezogen hat. FOTO: dpa
Dresden. Falschmünzerei ist ein uraltes Gewerbe. Selbst im Hightech-Zeitalter ausgeklügelter Sicherheitsvorkehrungen versuchen Kriminelle noch immer, „Blüten“ oder falsche Münzen an den Mann oder die Frau zu bringen. Dieses Geschäft wird wohl erst dann verschwinden, wenn das Bargeld eines Tages ganz verschwindet. dpa

In Sachsen ist wieder mehr Falschgeld im Umlauf. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 1043 gefälschte Euro-Banknoten und 1108 falsche Euro-Münzen im Zahlungsverkehr festgestellt, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Dabei sei ein wirtschaftlicher Schaden von 47 095 Euro durch „Blüten“ und von 1879 Euro durch gefälschte Münzen entstanden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren 594 falsche Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden, die Schadenssumme lag bei 28 910 Euro. Bei den Münzen war die Menge mit 1134 sogar höher, der Schaden aber fast gleich hoch (1893 Euro).

Nach Angaben des LKA gibt es Erkenntnisse, dass eine große Menge des Falschgeldes aus Südeuropa und Osteuropa kommt. Vor allem 50-Euro- Scheine werden gefälscht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres tauchten davon 726 in Sachsen auf. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 358. LKA-Sprecher Tom Bernhardt sieht eine mögliche Ursache des starken Anstiegs bei den Fünfzigern in der Einführung neuer Scheine. Kriminelle hätten wohl noch die „alten Falschen“ unters Volk bringen wollen, weil die neuen Scheine wesentlich schwerer zu fälschen sein sollten.

„50 Euro sind das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel. Bei großen Anschaffungen nimmt der Verbraucher meist eine Kreditkarte“, sagte Bernhardt. Deshalb werde vor allem das gefälscht, was die Kunden an den Geldautomaten bekommen: 50 Euro, 20 Euro oder 10 Euro. Bei gefälschten 20er-Banknoten konnten von Januar bis Ende Juni 251 Stück aus dem Verkehr gezogen werden, bei Zehnern waren es 15. Falsche 100-Euro-Scheine findet man vergleichsweise selten - hiervon wurden 36 entdeckt, bei 200-Euro-Noten waren es nur 10. Große Scheine werden von Geschäften in der Regel auch genauer geprüft.

Im Kampf gegen Geldfälscher hatten Europas Währungshüter zuletzt im April nachgelegt. Damals wurde der neue 50-Euro-Schein in Umlauf gebracht. Dieser soll fälschungssicherer sein als sein Vorgänger. Nach Bundesbank-Zahlen entfielen auf den Fünfziger im vergangenen Jahr sechs von zehn Blüten (61 Prozent). Vor allem ein Porträtfenster soll Kriminelle vor Probleme stellen: Es wird durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann wird in ihm ein Bildnis der griechischen Mythengestalt Europa sichtbar. Auch der im Herbst 2015 eingeführte neue Zwanziger hat dieses Sicherheitsmerkmal.

In der Statistik fällt zudem auf, dass „Blüten“ vor allem in Großstädten eine Rolle spielen. An der Spitze steht dabei Leipzig, wo in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 361 falsche Banknoten entdeckt wurden. In Chemnitz waren es 281, in Dresden 88.