ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:25 Uhr

Natur
Mehr Eichenprozessionsspinner in Sachsen

ARCHIV - 15.06.2012, Brandenburg, Schenkenberg: Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners kriecht  auf einem Eichenstamm entlang.   (zu dpa vom 26.05.2018) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 15.06.2012, Brandenburg, Schenkenberg: Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. (zu dpa vom 26.05.2018) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Patrick Pleul
Pirna/Rathenow. Brandenburg hat einige Erfolge bei der Bekämpfung zu verzeichnen. Menschen sollten Kontakt mit der Raupe vermeiden. dpa

Juckreiz sowie Quaddeln und Pusteln auf der Haut: Der Schädling Eichenprozessionsspinner breitet sich im Freistaat Sachsen weiter aus. Bei Menschen kann der Kontakt mit den giftigen Haaren der Raupe schwere Hautirritationen auslösen. „Die größte Population haben wir in Nordsachsen“, sagte Renke Coordes, Sprecher von Sachsenforst, am Donnerstag.  Auch die Landkreise Meißen und Görlitz sowie das Vogtland seien betroffen. Zuletzt wurde der Schädling häufiger in der sächsischen Landeshauptstadt gesichtet.

Warmes und trockenes Wetter begünstigt die Ausbreitung der Schmetterlingsart. Da die Durchschnittstemperaturen in Sachsen stiegen, sei in den kommenden Jahren mit einer weiteren Ausbreitung zu rechnen. Das Tier stammt ursprünglich aus wärmeren Gebieten und breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Die Raupe frisst die Kronen von Eichenbäumen leer und kann sie schwächen. Bei Kontakt können bei Menschen auch Atembeschwerden, Atemnot und Augenreizungen die Folge sein. Auch Haus- und Wildtiere reagieren auf die giftigen Haare. Wer den Verdacht hat, dass ein Eichbaum mit dem Schädling befallen ist, sollte das der Kommune melden, sagte Coordes.

Seinen Namen erhält der Schädling, weil er nachts als Prozession vom Nest in die Baumkrone krabbelt und dort frisst. Tagsüber versteckt er sich in seinen Nestern. Die Bekämpfung sollte der Stadt Dresden zufolge fachkundiges Personal machen. Unterhalb betroffener Bäume könnten sonst jahrelang Gifthaare liegen. Die Bekämpfung sei nicht so leicht. In der Regel würden die Schädlinge von den Bäumen abgesaugt.

Das Land Brandenburg versucht seit 2004, den Eichenprozessionsspinner aus den Wäldern zurückzudrängen. Bei der erstmaligen Bekämpfung wurden 106 Hektar Wald- und öffentliche Fläche besprüht. „Seitdem konnten wir die Fläche immer weiter verkleinern“, sagte Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst Brandenburg. Dieses Jahr habe man mit 28 Hektar die geringste Fläche. Das Gebiet wurde von ursprünglich 35 geplanten Hektar noch einmal reduziert. Zunächst gab es ein umfangreiches Monitoring. Die ersten Prognosen werden anhand von Fraßschäden und Eigelegen in den Eichenkronen erstellt. Schwerpunkte sind die Oberförsterei Dippmannsdorf, Lehnin und Calau (Potsdam-Mittelmark/Oberspreewald-Lausitz).