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Mehr als nur Propaganda

Eine Frau vor dem Bild "Zwei Generationen" von Werner Petzold in der Zwickauer Domhof-Galerie in Zwickau.
Eine Frau vor dem Bild "Zwei Generationen" von Werner Petzold in der Zwickauer Domhof-Galerie in Zwickau. FOTO: dpa
Zwickau. In Zwickau werden Werke aus der großen Kunstsammlung der Wismut gezeigt. Die Ausstellung bietet aber mehr als einen nostalgischen Blick in die Vergangenheit.

(dpa/uf) Der Himmel ist tiefrot, die Landschaft kahl, der Abgrund schwarz: Einladend sieht anders aus, meint Galerieleiterin Alexandra Hortenbach beim Blick auf das Gemälde "Alter Tagebau".

"Es ist eine vielfältige Sammlung, die weit mehr zeigt als nur Propaganda." Rund 80 Werke aus der Kunstsammlung der Wismut sind von Sonntag an in der Galerie am Domhof Zwickau zu sehen. Neben einer Reihe durchaus kritischer Bilder finden sich naturgemäß zahlreiche Werke im typischen Stil des sozialistischen Realismus an den Wänden: Kumpel, Halden, Grubenlampen oder Szenen unter Tage. Doch auch Tiere, Stillleben und sogar Aktzeichnungen erwarten den Besucher bis 26. März in der Sonderausstellung "Einblicke in die Kunstsammlung der Wismut".

Das frühere Bergbauunternehmen sammelte in 40 Jahren rund 4200 Werke, sagte der Leiter des Unternehmensarchivs Thomas Hennicke im Vorfeld der Ausstellungseröffnung. "Überall wo der Name Wismut draufstand, gab es Kunst im und am Bau." Die Sammlung mit Gemälden, Grafiken und Plastiken von 475 Künstlern gilt als die größte eines ehemaligen DDR-Unternehmens. Unter den Malern finden sich auch große Namen wie Bernhard Heisig oder Werner Tübke. Der Großteil der Bilder, die zu DDR-Zeiten in Kulturhäusern, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen hingen, wurden nach der Wende im Unternehmensarchiv der 1991 gegründeten Wismut GmbH erstmals zentral erfasst, so Hennicke.