In Sachsen werden Masken regelmäßig im Unterricht getragen, für die meisten Schülerinnen und Schüler ist das Pflicht. Doch nun beginnen die Landespolitiker über einen anderen Weg nachzudenken.
  • Wo müssen Masken aktuell in der Schule getragen werden?
  • Wann soll die Maskenpflicht in Schule entfallen?
  • Kritiker halten die Abschaffung der Masken in Schulen für gefährlich.
  • Was machen andere Bundesländer?

Masken in Schulen in Sachsen: Das gilt aktuell

In Sachsen gilt seit dem 23. September eine neue Corona-Verordnung. Diese gilt noch bis zum 20. Oktober. Darin ist verankert, dass in Schulen Corona-Tests und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen bestehen, für Mädchen und Jungen gilt die Schulbesuchspflicht. An den Schulen sind zweimal pro Woche Corona-Tests vorgesehen. Die Selbsttests sollen weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt an den weiterführenden Schulen Maskenpflicht im Unterricht. Geimpfte und Genesene sind prinzipiell von der Testpflicht befreit - ebenso Mädchen und Jungen in Krippen und Kindergärten.
Eingeschränkter Regelbetrieb für Schulen und Kitas ist erst bei der sogenannten Überlastungsstufe vorgesehen. Also dann, wenn in Sachsen mindestens 1300 Krankenhausbetten auf den Normalstationen oder 420 Betten der Intensivstationen mit an Covid-19-Erkrankten belegt sind.

Entfällt die Maskenpflicht in Sachsen bald?

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erwägt, für die Zeit nach den Herbstferien die Maskenpflicht im Schulunterricht abzuschaffen. Während bei einer Inzidenz ab 35 im Schulgebäude eine Maske getragen werden müsste, sollte sie am Platz und im Unterricht nicht mehr nötig sein, teilte das Ministerium am Freitag mit. Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend von den Plänen berichtet. Eine Entscheidung des Kabinetts steht aber noch aus – wann genau eine Entscheidung kommen könnte, ist unklar.
„Wir müssen die Abschaffung der Maskenpflicht ernsthaft diskutieren. Kaum eine Bevölkerungsgruppe muss am Tag so lange Maske tragen wie die Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen. Wir dürfen von Kindern und Jugendlichen nicht mehr abverlangen als von Erwachsenen“, erklärte Piwarz. An der Testpflicht werde man aber festhalten. Nach den Herbstferien soll in der ersten Woche wieder drei Mal wöchentlich getestet werden.
Die CDU-Fraktion im Landtag begrüßte die Pläne. Masken im Unterricht seien lange Zeit notwendig gewesen, um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen, sagte ihr Bildungsexperte Holger Gasse. „Aber die Erfahrung nach den Sommerferien hat gezeigt, dass das Test-System an den Schulen vollkommen ausreicht.“ Auch andere Bundesländer gingen diesen Weg.
Nach Angaben des Kultusministeriums wurden seit vergangenem Dienstag 7 Corona-Infektionen bei Lehrerinnen und Lehrern und 18 bei Schülerinnen und Schülern registriert. Aktuell sind 873 Mädchen und Jungen in Quarantäne. Das sind 0,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Freistaat.

Maskenpflicht-Debatte löst Kritik aus

Nicht nur in Sachsen wird über die Abschaffung der Maskenpflicht in Schulen diskutiert. Auch andere Bundesländer denken über diesen Schritt nach. Kritik kommt von Lehrerverbänden und Gewerkschaften.
Der Deutsche Lehrerverband zeigte sich skeptisch. Präsident Heinz-Peter Meidinger nannte den Schritt „zu früh“. Der Verzicht auf Masken, Tests und die „zu starke Reduzierung“ von Quarantänemaßnahmen erhöhe die Gefahr, dass die Schule zur Black Box werde, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulasse, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Maike Finnern, sagte dem RND, eine Maskenpflicht bleibe als „Teil des Maßnahmenbündels abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll“.
Die Bildungsgewerkschaft VBE rief ebenfalls zur Vorsicht auf. „Jedes kurze Aufatmen ob leicht sinkender Zahlen wird genutzt, um Schutzmaßnahmen in den Wind zu schießen“, kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. „Bei schwächelnder Impfquote in der Gesamtgesellschaft und fehlender technischer Unterstützung für das Lüften kann das Maskentragen einen wirkungsvollen Schutzmechanismus anbieten, der nicht bedenkenlos abgeschafft werden sollte“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Masken in Schulen: Was machen andere Bundesländer?

In Bayern soll die Maskenpflicht ab nächster Woche im Unterricht wegfallen. Auch in Baden-Württemberg wird ein solcher Schritt erwogen. Im Saarland muss seit Freitag generell keine Maske mehr in der Schule getragen werden. An Berliner Schulen wird sie bis zur sechsten Klasse aufgehoben. In Brandenburg ist das bereits der Fall.
Das Coronavirus geht nach den RKI-Daten besonders stark bei Kindern ab dem Vorschulalter und Jugendlichen bis 19 Jahren um. Gegen Covid-19 geimpft werden kann bisher ab einem Alter von 12 Jahren. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren sind laut RKI inzwischen 34,6 Prozent vollständig geimpft. In Deutschland insgesamt sind es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 64,6 Prozent der Bevölkerung.