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Löwen überwanden Wassergraben im Zoo Leipzig

Leipzig. Die ausgebrochenen Löwen im Zoo Leipzig haben den Wassergraben überwunden. Ob die Tiere den Graben übersprungen oder durchschwommen haben, werde sich nicht mehr klären lassen, sagte Zoo-Direktor Jörg Junhold am Freitag. dpa/uf

Niemand habe den Ausbruch am Donnerstagmorgen beobachtet. Junhold kündigte an, dass der Wassergraben jetzt umgebaut werde. So lange bleibe die Löwen-Savanne geschlossen. Der Löwe Majo konnte ins Gehege zurückgedrängt werden, sein Bruder Motshegetsi wurde erschossen.

Der Graben ist die Hauptsicherheitseinrichtung an der Löwen-Anlage. Er ist zwischen 6,60 Meter und 7,90 Meter breit. "Bis zum gestrigen Tage sind wir davon ausgegangen, dass die Anlage sicher ist", sagte Junhold. Sie sei gemäß der Bau- und Betriebsgenehmigung errichtet, sämtliche Vorgaben seien eingehalten worden. Niemand habe sich vorstellen können, dass die Löwen den Graben überwinden könnten. Der Ausbruch ereignete sich um 8.40 Uhr vor Öffnung des Zoos, sodass keine Gefahr für Besucher bestanden hatte.

Der Vorfall bedeute einen Rückschlag für die Löwen-Haltung in Leipzig. Der Zoo hatte die anderthalbjährigen Tiere erst im August aus Basel bekommen und wollte mit ihnen eine neue Zuchtgruppe aufbauen. An diesen Plänen will Junhold festhalten. Es gehe um eine bedrohte Art, betonte der Zoo-Direktor. Menschen mit Tieren in Verbindung zu bringen, trage dazu bei, für den Erhalt der bedrohten Arten in der freien Natur zu sensibilisieren. Majo ist jetzt der einzige Löwe im Zoo.