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LKA isst mit

Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern wollen demnächst Messengerdienste filzen können. Man möchte jetzt schon Mitleid haben vor den armen Mitarbeitern von Polizei und Verfassungsschutz, die das dann machen dürfen. ckz1

Sich durch WhatsApp-Gruppen durchzugraben, ist schon eine Herausforderung für jeden, der mehr als einer solcher Gruppen angehört. Pling, wieder eine Nachricht. "Hi, treffen wir uns Montag?". Pling, "Hi, machen wir. Freu mich. Herzchen, Herzchen, Winkekatze." Pling, "Blöd jetzt, ich kann Montag nicht, geht auch Freitag? Heulsmiley" Pling, "Dann lieber nächste Woche."

Wer sind diese Leute? Planen sie einen Anschlag? Oder eine Elternratssitzung? Man möchte es ignorieren können, aber es hört nie auf. Pling, Hundefotos. Pling, "Voll süüüß!" Pling, "Hi alle, ich kann jetzt doch Montag. Freufreufreu." Soll der Verfassungsschutz diese Hundefotos sehen dürfen? Ist das LKA am Montag dabei? Sitzt es am Nachbartisch hinter einer Zeitung mit Guckloch? Sind die Hundebabys bezahlte Informanten?

Woody Allen würde zu sowas sagen: "Ich möchte nie einer Whats-App-Gruppe angehören, die Leute wie mich als Mitglieder aufnimmt." Er hätte recht. Pling, "Wer kommt heute zum Sommerfest?" Pling, "War doch gestern schon." Pling, "Heute das im Landtag." Pling, "Mal sehen. Was gibt's zu essen?" Pling, "Na Rindsrouladen, wie immer. Zwinkerzwinkerzwinker" Pling, "Eierscheke. Freufreu." Pling, "Nee, diesmal gibt's Burger. Zum Selberbasteln." Pling, "Und Rhabarberkompott. Igitt!" Pling, "Ich bin kein Rhabarberfreund." Pling, "Du Schluffi, gleich platzt eine Bombe." Pling, "Achtung Leute, LKA liest mit!!!!!" Pling, "Und wo sind jetzt die Rouladen?" Pling, "Hat das LKA sichergestellt." Pling, "Heulheulheul."