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| 02:39 Uhr

Linkes Dresdner Bündnis will Neonazi-Aufmärsche stoppen

Dresden. Das Bündnis Dresden Nazifrei rechnet am diesjährigen 72. Jahrestag der Zerstörung Dresdens am kommenden Montag nicht mit größeren Aktionen der rechtsextremen Szene. dpa/bl

Allerdings werde es am morgigen Samstag voraussichtlich zwei Neonazi-Aufmärsche in der Stadt geben, sagte Bündnissprecher Albrecht von der Lieth am Donnerstag. Das Bündnis kündigte Gegenprotest an und will einen Marsch der Rechten durch die Stadt verhindern. "Wir sind immer noch ein antifaschistisches Blockadebündnis", sagte von der Lieth.

Eine Demonstration in der Altstadt habe ein bekannter Rechtsextremist aus Bayern angemeldet. "Hier rechnen wir mit weit unter hundert Teilnehmern, weil ihm die Gefolgschaft aus der lokalen Szene verweigert wird." Es sei aber davon auszugehen, dass Dresdner Neonazis noch kurzfristig eine eigene Demonstration anmeldeten. "Die sind problemlos in der Lage, mehrere Hundert zu mobilisieren."

Jahrelang hatten Neonazis das Gedenken in Dresden missbraucht; Aufmärsche direkt am 13. Februar hat es zuletzt aber nicht mehr gegeben. Im vergangenen Jahr waren rund 600 Rechtsradikale am Vorabend des Jahrestages durch einen Außenbezirk der Stadt gezogen.

Am Montag werde Nazifrei wieder einen "Mahngang Täterspuren" veranstalten, der in diesem Jahr in Kooperation mit Studenten der Evangelischen Hochschule Dresden organisiert worden sei, sagte von der Lieth. Dabei stehe die "Ungleichwertigkeit von Menschen" in der Nazi-Ideologie im Mittelpunkt.