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| 02:38 Uhr

Leipzig gewinnt, Weißwasser verliert

100 000 Einwohner hat Leipzig seit 2000 hinzugewonnen. Auch gebaut wird ständig.
100 000 Einwohner hat Leipzig seit 2000 hinzugewonnen. Auch gebaut wird ständig. FOTO: dpa
Dresden. Sachsens drei Großstädte werden immer beliebter. Mehr als die Hälfte der Sachsen leben inzwischen rund um Chemnitz, Leipzig und Dresden. Eine Herausforderung für den Rest des Landes. Christine Keilholz / ckz1

Sachsens Großstädte sind Magnete. Fast 56 Prozent der vier Millionen Einwohner des Freistaates leben in den Verdichtungsräumen um Dresden, Leipzig und Chemnitz. Sie konzentrieren sich damit auf nur auf 17 Prozent der Landesfläche.

Der Wachstumstrend in den Oberzentren ist seit Jahren ungebrochen, so geht es aus dem aktuellen Landesentwicklungsbericht hervor. Das hippe Leipzig spielt laut dem Bericht dabei "in einer besonderen Liga". Aktuell haben fast 580 000 Menschen ihren Hauptwohnsitz in der Messestadt. Ein Plus von 100 000 Einwohnern seit dem Jahr 2000, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Zwar werden in der Stadt erfreulich viele Babys geboren - der entscheidende Faktor ist aber die Zuwanderung. 40 000 Menschen meldeten sich 2016 in Leipzig an.

Mit einem Plus von mehr als acht Prozent seit 2011 platzt Leipzig praktisch aus allen Nähten. Selbst die Landeshauptstadt Dresden rangiert mit einem Wachstum von an die fünf Prozent noch deutlich darunter. Hinterher hinkt das unscheinbare Chemnitz, das aber auch um eineinhalb Prozent zulegen konnte.

In den übrigen Oberzentren hat sich der Rückgang der Einwohner etwas verlangsamt. Ende 2014, so steht es im Bericht, lebten 40 Prozent Sachsen in Oberzentren. Auch die Mittelzentren in den Verdichtungsräumen der Oberzentren Leipzig und Dresden können bei der Einwohnerzahl fast durchweg einen Positivtrend vermerken, ebenso die Universitätsstadt Freiberg. Die kleineren Mittelzentren bieten 22 Prozent eine Heimat.

Görlitz und Plauen konnten sich 2014 sogar erstmals über einen Einwohnerzuwachs freuen. Für die Experten im Innenministerium ist das Grund zu der Hoffnung auf eine Trendwende außerhalb der Ballungszentren, die "den größeren Städten wieder Zuzug verschafft". Der allerdings wird wohl zu einem großen Teil zulasten des ländlichen Raums in Sachsen gehen.

Der Osten des Freistaates ist vom Wachstum im Speckgürtel der Metropolen praktisch unberührt. Hier können zwar Görlitz und Bautzen als Arbeitsplatzzentren punkten.

Aber in Hoyerswerda ist der Bevölkerungsverlust noch ungebrochen. Die Städte in Lausitz und Vogtland kämpfen weiter um jeden einzelnen Einwohner. Am größten ist das Problem in Oelsnitz/Vogtland und in Weißwasser - mit einem Verlust von um die sechs Prozent.

Der ländliche Raum ohne seine verdichteten Bereiche bildet mit 56 Prozent die meiste Fläche - kommt aber nur auf einen Bevölkerungsanteil von nur 18 Prozent.