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| 18:25 Uhr

Sachsens CDU startet Wahlkampagne
Staatstragend, aber weniger steif

Dresden. Sachsens CDU macht den Landtagswahlkampf zu einer Abstimmung zwischen Liebe und Hass.

Würde die CDU in Sachsen eine Regierung mit der AfD bilden? In den Wochen vor der Landtagswahl bewegt diese Frage die Gemüter. Beide Parteien liegen in Umfragen gleich auf 26 Prozent. Für die langjährige Regierungspartei ist es ein Novum, einen Konkurrenten auf den Fersen zu haben.

Für die Christdemokraten geht es am 1. September um alles. 1,5 Millionen Euro kostet die Kampagne. Worum es geht, das machen die Plakate deutlich, die die CDU gestern in Dresden präsentierte. „Mit Liebe. Für Sachsen.“, steht über einem Motiv, das Ministerpräsident Michael Kretschmer mit seiner Lebensgefährtin Annett Hofmann zeigt. Das Paar sitzt in Wanderklamotten auf einem Felsen in der Sächsischen Schweiz.

Der 44-jährige Regierungschef setzt auf das alte Erfolgsprinzip seiner Partei: Der Landtagswahlkampf ist ganz auf ihn, den Spitzenkandidaten, zugeschnitten. Die Bilder liefern dazu passende Atmosphäre. In Kretschmers Sachsen geht es staatstragend zu, aber weniger steif als unter seinen Vorgängern. Auf 1000 Großplakaten wird er in den nächsten Wochen zu sehen sein.

Kretschmers Beliebtheitswerte sind nicht schlecht. in den knapp zwei Jahren, seit er das Amt von Stanislaw Tillich übernahm, ist er mit Gesprächsforen durchs Land gereist, hat viele Hände geschüttelt und seine Politik in Stadthallen erklärt. Zwei Drittel der Sachsen sind mit Kretschmers Arbeit zufrieden.

Man wolle Sachsen positiv zeigen, heißt es aus der Partei. Nicht negativ. Mit Liebe, ohne Hass. Damit ist klar, gegen wen sich die Liebesbotschaft richtet, die in den Städten neben AfD-Plakaten hängen wird, die auf die Angst vor Zuwanderung und Kriminalität abzielen.

Die CDU hatte zuletzt bei der Europawahl und den Kommunalwahlen im Mai empfindliche Verluste gegenüber der AfD gemacht. Die Bundestagswahl 2017 brachte die neue Partei erstmals auf einen leichten Vorsprung. Eine Koalition hat Kretschmer bislang strikt ausgeschlossen. In einer Umfrage, die jüngst die Plattform „Zukunft Sachsen“ veröffentlich hat, sehen es 44 der insgesamt 60 Direktkandidaten der CDU genauso. Bei der Landtagswahl 2014 hatte die CDU noch alle Wahlkreise direkt gewonnen - bis auf einen, den die Leipziger Linke Juliane Nagel holte.

„Es ist eine Richtungswahl, die darüber entscheidet, ob wir auch in Zukunft mit stabilen Verhältnissen im Freistaat Sachsen Politik gestalten können“, sagte Generalsekretär Alexander Dierks am Freitag.