ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Landtagsposse um Kantinenessen

Besser schmecken soll es in der Landtagskantine.
Besser schmecken soll es in der Landtagskantine. FOTO: dpa
Dresden. Ein Parlament macht alles parlamentarisch. Auch die Auswahl des Mittagessens. Der Landtag Sachsen beruft jetzt eine Kommission zur Wahl des neuen Kantinenbetreibers. Christine Keilholz

Immer wieder wurde über das Kantinenessen geningelt. Jetzt reicht es Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU). Er beruft eine Kommission, die einen neuen Kantinenbetreiber ermitteln soll. Auch von Test-Essen war die Rede, als Rößler die Idee am Mittwoch dem verdutzten Landtagspräsidium eröffnete. Der bisherige Betreiber der Landtagskantine, das Großküchenunternehmen Sodexo, hat zum Jahreswechsel gekündigt. Für die Nachfolge liegen fünf Bewerbungen auf dem Tisch. Die Entscheidung, wer es machen soll, wäre eigentlich ein schlichter Verwaltungsakt. Doch der Hauschef präferiert die parlamentarische Variante: Jede Fraktion nominiert zwei Mitglieder für die Kantinen-Kommission, die in einer Sitzung am 15. Februar den neuen Großkoch wählen soll. Dieses "Küchenkabinett" sorgt jetzt für viel Spaß auf den Landtagsfluren.

Für die Hausleitung ist die Sache aber ernst. Es gehe darum, "die Abgeordneten mit einzubeziehen, damit es eine möglichst breite Akzeptanz gibt", sagte eine Sprecherin des Landtags gegenüber der Rundschau.

Mit der Akzeptanz ist das nicht so einfach. Einzelne Abgeordnete meinen, dass es in den Kantinen der Ministerien auf der anderen Elbseite deutlich besser schmecke - obwohl auch da Sodexo kocht. "Selbst wenn ich Schülergruppen da hab', sagen die, dass es nicht schmeckt", sagt ein Abgeordneter. Ein anderer winkt ab: "Wir haben wirklich Besseres zu tun."

Warum das Unternehmen gekündigt hat, hängt, Gerüchten zufolge, auch mit dem Ausscheiden von FDP und NPD zusammen. Die hätten öfter Caterings in der Kantine bestellt, ist aus Landtagskreisen zu erfahren.

Rein protokollarisch stellt diese Art der Kantinenfindung keinen parlamentarischen Prozess dar, sondern nur eine überfraktionelle Zusammenarbeit. Einen Landtagsbeschluss wird es nicht geben.