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| 19:47 Uhr

Moritzburg wird modernisiert
Landgestüt bekommt Reithalle

 Gelassen hat dieses Pferd am Rande eines Pressetermins in Moritzburg aus der Box geschaut. Ist am Landgestüt alles fertig, wird sich der Vierbeiner sicherlich noch besser fühlen.
Gelassen hat dieses Pferd am Rande eines Pressetermins in Moritzburg aus der Box geschaut. Ist am Landgestüt alles fertig, wird sich der Vierbeiner sicherlich noch besser fühlen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Moritzburg. Seit 2009 modernisiert der Freistaat sein Landgestüt in Moritzburg. Nach dem Platz für die berühmten Hengstparaden samt Tribünen, neuen Ställen und einer Führanlage ist nun das größte Projekt dran. dpa

Das Landgestüt Moritzburg bekommt bis 2022 eine neue, etwa 42 mal 82 Meter große Reithalle von internationalem Niveau samt Abreithalle. Sie wird ab Frühjahr 2021 gebaut. Die ersten Planungsleistungen dafür werden voraussichtlich nächsten Monat vergeben, wie der Amtschef des Finanzministeriums, Dirk Diedrichs, am Mittwoch in Moritzburg sagte. Ende Juni stellen die Teilnehmer des Architektenwettbewerbs ihre Entwürfe vor.

Noch bis November wird zunächst der Springplatz verlagert. Das 40 mal 70 Meter messende Areal samt Wasserhindernis und „Ebbe-Flut-Drainage“ soll gleichbleibende Bodenbedingungen über das Jahr bieten. Mittels eines aufwendigen Kanalsystems wird der Platz je nach Witterung entwässert oder befeuchtet. Der Freistaat investiert damit weitere 16,5 Millionen Euro in den Standort aus dem Landeshaushalt.

Das 1828 gegründete landeseigene Gestüt unweit des berühmten barocken Jagdschlosses wird seit 2009 modernisiert. Bisher wurden acht Millionen Euro dafür ausgegeben. Dafür wurde unter anderem ein Paradeplatz mit überdachten und mobilen Tribünenanlagen für Großveranstaltungen gebaut. Die geplante Reithalle sei für Ausbildung und Training der etwa 30 Hengste dringend nötig, sagte Landstallmeisterin Kati Schöpke.

Die Pferdezucht in den Moritzburger Stallungen geht auf einen Beschluss des sächsischen Königs Anton der Gütige 1828 zurück. Seither wurden vor allem Schwere Warmblüter, aber auch Reitpferde gezüchtet. 1952 wurde sie verstaatlicht, seit 1990 liegt sie in den Händen des Pferdezuchtverbandes Sachsen. Das „Alte Gestüt“ in der Nähe des Jagdschlosses, das einst von Zwinger-Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann (1662 bis 1732) entworfen wurde, war 1998 bis 2003 rekonstruiert worden. Dort befindet sich die Gestütsverwaltung.

Aktuell stehen in Moritzburg laut Schöpke 140 Pferde in den Stallungen – Zuchthengste der Rassen Sächsisches Warmblut, Schweres Warmblut, Kaltblut und Haflinger. Überregional bekannt ist es durch die Hengstparaden jeweils im September. Das seit 1924 veranstaltete Spektakel, bei dem Rösser und Reiter Dressur-Erfolge und Gespannvorführungen zeigen, zieht jährlich Zehntausende Besucher aus dem In- und Ausland an.

 Gelassen hat dieses Pferd am Rande eines Pressetermins in Moritzburg aus der Box geschaut. Ist am Landgestüt alles fertig, wird sich der Vierbeiner sicherlich noch besser fühlen.
Gelassen hat dieses Pferd am Rande eines Pressetermins in Moritzburg aus der Box geschaut. Ist am Landgestüt alles fertig, wird sich der Vierbeiner sicherlich noch besser fühlen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert