| 15:32 Uhr

Lage in Dresden eskaliert – Linksextremisten greifen Polizei an

Autonome errichten am Samstag in der Dresdner Südvorstadt eine Blockade. In Dresden werden am Samstag 4000 Rechtsextremisten und 20 000 Gegendemonstranten erwartet. Außerdem rechnet die Polizei mit etwa 3000 Linksautonomen aus dem ganzen Bundesgebiet.
Autonome errichten am Samstag in der Dresdner Südvorstadt eine Blockade. In Dresden werden am Samstag 4000 Rechtsextremisten und 20 000 Gegendemonstranten erwartet. Außerdem rechnet die Polizei mit etwa 3000 Linksautonomen aus dem ganzen Bundesgebiet. FOTO: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild)
Dresden. In Dresden ist es Samstag bei Veranstaltungen von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten zu den befürchteten Krawallen gekommen. Dabei seien die Beamten gezielt und wiederholt angegriffen worden, sagte ein Polizeisprecher. Augenzeugen zufolge lieferten sich linke Autonome und die Polizei heftige Auseinandersetzungen nahe der Universität. dpad/boc

Dabei wurden die Beamten mit Pflastersteinen und Flaschen beworfen, als sie eine besetzte Kreuzung räumen wollten. Umstehende Autos seien demoliert worden. Die Beamten wurden den Berichten zufolge mit Feuerwerkskörpern beschossen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

Mehrere Personen seien festgenommen worden, sagte der Polizeisprecher. Beobachter sprachen von einer Straßenschlacht. Später beruhigte sich die Lage wieder.

Bereits zuvor war es im Stadtgebiet immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen linken Protestlern und der Polizei gekommen. Dabei kamen Wasserwerfer und Pfefferspray zum Einsatz. Überwiegend linke Demonstranten setzten an einigen Stellen im Stadtgebiet Mülltonnen in Brand und errichteten Barrikaden.

In Dresden demonstrierten derweil mehrere Tausend Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet gegen geplante Veranstaltungen von Rechtsextremisten.

Insgesamt werden am Samstag zwischen 3.000 und 6.000 Neonazis in der sächsischen Landeshauptstadt zu drei unterschiedlichen Veranstaltungen erwartet. Sie wollen aufmarschieren, nachdem bereits am vergangenen Sonntag 17.000 Dresdner mit einer friedlichen Menschenkette und weitere tausend Demonstranten gegen den Aufzug von 1.300 Neonazis in der Stadt protestiert hatten.