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| 14:40 Uhr

Nach Merkels Verzicht auf Parteivorsitz
Kretschmer fordert Neuanfang in der CDU, Senftleben will einen „Ruck“

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen FOTO: dpa / Oliver Killig
Dresden/Berlin. Angela Merkel (CDU) will nicht mehr als Parteivorsitzende antreten. Mit dieser Konsequenz aus der Wahlpleite in Hessen hat die Kanzlerin am Montag ihre Partei in Aufruhr versetzt. In Sachsen und Brandenburg fordern ihre Parteifreunde jetzt mehr.

Die CDU muss aus Sicht des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, einen Neuanfang einleiten. Merkel habe in Deutschland viel bewegt, in dieser besonderen Situation sei es aber notwendig, einen „Ruck zu erzeugen, einen neuen Aufbruch“, sagte Kretschmer nach parteiinternen Beratungen am Montag in Berlin.

Er bestätigte es werde beim Parteitag im Dezember in Hamburg mehrere Kandidaturen für den Parteivorsitz geben. Unter anderem sehe er auf jeden Fall CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn auf der Liste der Bewerber.

Brandenburgs CDU-Vorsitzender Ingo Senftleben fordert ebenfalls deutliche Konsequenzen an der Parteispitze in Berlin. „In einem Monat haben wir einen Parteitag in Hamburg, dort müssen wir als Union zeigen, dass wir verstanden haben.“

Durch „personelle Veränderungen“ könne die Union wieder mehr vertrauen gewinnen. „Wir brauchen deshalb einen spürbaren Ruck in der Berliner Republik. Durchhalteparolen und eine Politik des Weiter so würden uns als Volkspartei schaden und den allgemeinen Frust nur steigern“, so Senftleben.

Anja Heinrich, Bürgermeisterin in Elsterwerda (CDU) und einstige CDU-Generälin in Brandenburg, begrüßte ebenfalls den Wechsel: „Endlich! Eine kluge und längst überfällige Entscheidung.“ Personelle Vorstellungen für den Neuanfang hat sie auch schon: „Mit Friedrich Merz wäre wieder Hoffnung auf eine kompetente und weitsichtige Politik zum Wohl unseres Landes erwartbar. Ich habe ihn immer als klar und ausgesprochen klug erlebt und wäre stolz, fände er die notwendige Mehrheit. Unsere Land braucht Politiker wie ihn. Jens Spahn wäre ein geeigneter Generalsekretär.“

CDU-Chefin Angela Merkel hatte nach massiven Verlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen an Morgen angekündigt, den Parteivorsitz abzugeben – aber Kanzlerin bleiben zu wollen. Das habe die 64-Jährige am Montag in einer Präsidiumssitzung in Berlin deutlich gemacht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. Bisher hatte Merkel immer darauf bestanden, dass beide Ämter für sie zusammengehören.

(dpa/bob/fc)