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| 02:41 Uhr

Kaum Hoffnung auf Eiswein im Elbtal

Proschwitz/Radebeul. Auch 2016 ist wohl kein Eiswein-Jahr im sächsischen Elbtal. Die Minusgrade der vergangenen Nächte reichten für eine Lese noch nicht aus, wie der Vorstandsvorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Reiner, erklärte. dpa/uf

Es brauche mehr Frost.

"Eiswein muss mit minus sieben Grad aus der Presse laufen, am Lesetag sollte es also viel kälter sein", sagte der Qualitätsmanager des Weinguts Schloss Proschwitz (Landkreis Meißen). Dort hängen noch auf 0,8 Hektar Rebfläche Trauben der Sorte Roter Traminer dafür am Stock. "Wir sind meines Wissens nach die Einzigen." Selbst das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul (Landkreis Meißen) hat keinen Eiswein geplant - das vierte Jahr in Folge. Die Wetterprognosen seien zu ungünstig gewesen für die nötigen Bedingungen, sagte ein Sprecher.

Der letzte Eiswein war dort 2012 gelesen worden, wie in Proschwitz. Dort war es damals etwa minus zwölf Grad frostig. "Wenn es keinen deutlichen Kälteeinbruch mehr bis Ende Januar gibt, dann müssen wir eine Auslese ernten", sagte Reiner, der die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben hat. Für den 18. Januar seien minus elf Grad angekündigt. "Wir könnten Glück haben." Für Eiswein werden Trauben von allerbester Qualität in gefrorenem Zustand gekeltert, die im Herbst hängen gelassen wurden. Da sie durch den Frost Flüssigkeit verlieren, gewinnen die Winzer einen sehr konzentrierten Saft mit hohem Zuckergehalt und intensiven Aromen.

Eiswein-geeignet sind vor allem die später reif werdenden Sorten wie Riesling, Traminer und Weißburgunder.