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| 03:06 Uhr

Katastrophenhilfe über Ländergrenzen

Symbolträchtig: Eine Polizeikelle liegt im bayerischen Bayreuth während der Vertragsunterzeichnung auf dem Tisch.
Symbolträchtig: Eine Polizeikelle liegt im bayerischen Bayreuth während der Vertragsunterzeichnung auf dem Tisch. FOTO: dpa
Bayreuth. Bei Katastrophen oder schweren Unglücken im deutsch-tschechischen Grenzgebiet sollen bayerische und sächsische Hilfskräfte künftig leichter mit ihren Kollegen aus Tschechien zusammenarbeiten können. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unterzeichnete am Dienstag in Bayreuth mit seinem sächsischen Kollegen Markus Ulbig (CDU) eine entsprechende Vereinbarung mit dem tschechischen Innenminister Martin Pecina. dpa/uf

Katastrophen wie Waldbrände oder Unglücke wie etwa Zugunfälle könnten nun Hand in Hand und in nachbarschaftlichem Miteinander bewältigt werden, sagte Herrmann. Die bayerische oder sächsische Seite könne im Rahmen dieser Vereinbarung tschechische Hilfskräfte anfordern und umgekehrt.

Das dramatische Hochwasser im Juni habe gezeigt, dass bei Katastrophen zudem ein rascher Informationsaustausch wichtig sei. Das funktioniere nur, wenn klar ist, welcher Ansprechpartner auf der anderen Seite der Grenze zur Verfügung steht und wie die dortigen Organisationsstrukturen sind. "Klare Anforderungsverfahren und Ansprechpartner sichern schnellstmögliche Hilfe. Das gilt umso mehr, wenn auch Sprachbarrieren zu überwinden sind." Herrmann räumte ein, dass auf tschechischer Seite deutlich mehr Hilfskräfte und Polizisten zumindest ein wenig Deutsch sprechen als auf deutscher Seite Tschechisch-Kenntnisse vorhanden sind.

Sachsens Innenminister Ulbig sagte, schon seit Jahren suchten Hilfskräfte beider Länder den Schulterschluss - etwa die Bergwacht in Oberwiesenthal mit ihren tschechischen Kollegen. Nun gebe es für Unterstützung im Katastrophen- und Unglücksfall endlich eine formale Rechtsgrundlage.