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Kabinett will ländlichen Raum stärken

Viel Weide statt nur Stall – auch Investitionen in artgerechte Tierhaltung sollen gefördert werden.
Viel Weide statt nur Stall – auch Investitionen in artgerechte Tierhaltung sollen gefördert werden. FOTO: dpa
Dresden. Mit vielen Hundert Millionen Euro fördert die EU die Entwicklung des ländlichen Raumes in Sachsen. Die Verteilung der EU-Agrarfördermittel wird in einem Programm der Staatsregierung bis 2020 auf den Weg gebracht. dpa/rdh

Der Entwurf des sogenannten EPLR-Programms wurde am Dienstag vom Kabinett in Dresden zur Anhörung freigegeben. Er bestimmt die Verwendung der Gelder aus dem EU-Landwirtschaftsfonds für die neue Förderperiode ab 2014. Wie Agrarminister Frank Kupfer (CDU) sagte, stehen in der Förderperiode insgesamt 1,1 Milliarden Euro für den ländlichen Raum zur Verfügung.

"Der vorliegende Entwurf ist eine gute Grundlage für die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes sowie für die Entwicklung unserer ländlichen Gebiete", sagte Kupfer. Im wesentlichen würden die Inhalte und Schwerpunkte aus der vorangegangenen Periode beibehalten.

Zu 879 Millionen Euro an EU-Mitteln kämen Leistungen von Bund und Land hinzu, so dass am Ende 1,1 Milliarden Euro bis 2020 für den ländlichen Raum zur Verfügung stünden. Über den konkreten Einsatz der Mittel bestimmen 29 Förderregionen in Sachsen, die sich frei zusammengefunden hätten, selbst. "Die Menschen vor Ort müssen auch in Zukunft entscheiden können, welche Projekte sie fördern wollen, um ihre Dörfer noch attraktiver und lebenswerter zu machen", sagte Kupfer.

Gut 29 Prozent der Gelder seien für flächenbezogene Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen vorgesehen. "Hier geht es unter anderem um den Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemittel oder um die Schaffung von Lebensräumen für Wildpflanzen und Vögel."

Weitere 18 Prozent der Mittel sollen für die Förderung von Investitionen in der Landwirtschaft verwendet werden, insbesondere in artgerechte Tierhaltung. "Landwirte, die zum Beispiel in mehr Platz, besondere Bodenbeläge, mehr Einstreu oder Beschäftigungsgeräte für ihre Tiere investieren, sollen zusätzlich zur Basisförderung einen 15-prozentigen Bonus erhalten", sagte Kupfer.

Neu sei die Verdoppelung der Fördermittel für Naturschutzmaßnahmen, die sich in der kommenden Förderperiode auf 52,3 Millionen Euro belaufen sollen. Damit könnten unter anderem Artenschutz- und Biotopschutzprojekte sowie Schulungen von Landwirten gefördert werden.