ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:51 Uhr

„Integriert doch erst mal uns!“
Integrationsministerin Köpping will den Osten erklären

Petra Köpping
Petra Köpping FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Dresden . Was ist nur in Sachsen los? Angesichts der Ausschreitungen in Chemnitz suchen viele nach Erklärungen für den Hass. Integrationsministerin Petra Köpping will Antworten geben.

Wie tickt der Osten? Dieser Frage geht die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) in einer am Dienstag veröffentlichten Streitschrift nach. Ihr Buch „Integriert doch erst mal uns!“ kommt zu einer Zeit, in der sich viele nach rechten Demos in Chemnitz fragen, warum der Zulauf im Osten dazu so groß ist.

Köpping ist als Integrationsministerin in den vergangenen vier Jahren viel in Sachsen herumgekommen. Sie hat in Bürgerversammlungen und -sprechstunden gesessen und hat, wie sie in dem Buch schreibt, seit langem gespürt, dass sich etwas zusammenbraut.

Die Streitschrift ist ihre Zusammenfassung aus persönlichen Gesprächen, die sie in den vergangen Jahren erlebt hat. Der Buchtitel stammt aus einer dieser Begegnungen. So habe ein aufgebrachter Demonstrant ihr einmal zugeraunt: „Sie immer mit Ihren Flüchtlingen! Integriert doch erst mal uns!“

Immer wieder hätten die Gespräche mit persönlichen Erlebnissen der Menschen in der Nachwendezeit geendet. Es sei um berufliche, aber auch private, durch die Wende verursachte Lebensbrüche gegangen.

In diesen unverarbeiteten Demütigungen und Kränkungen sieht sie eine entscheidende Ursache für die Wut und Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher. Sie fordert in dem Buch deshalb eine gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit. Nur so könnten Kränkungen aufgearbeitet werden.

Welche Intention das Buch hat, macht Köpping dabei auch deutlich: Es soll ein Buch sein, „das den Osten versucht zu erklären, aber nicht gegen den Westen gerichtet ist“.

(dpa/bob)