ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:38 Uhr

In der Lausitz wächst die Katholiken-Zahl

Cottbus. Deutschlands Kirchen können durchatmen. Im Jahr 2016 ist es sowohl den Katholiken als auch den Protestanten gelungen, ihren Mitgliederverlust zu bremsen. iwe1

Das geht aus den amtlichen Mitgliederstatistiken hervor, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Bonn und Hannover veröffentlicht haben.

Demnach gehörten am Ende 2016 insgesamt 21,92 Millionen Menschen einer der 20 evangelischen Landeskirchen an. Die 27 katholischen Erzbistümer und Bistümer zählten insgesamt 23,58 Millionen Kirchenmitglieder.

Bei näherem Hinsehen offenbaren die Statistiken eine Trendwende. Denn während die Kirchen kaum etwas gegen den demografischen Wandel unternehmen können - 2016 mussten die Protestanten 340 000 und die Katholiken 243 000 Kirchenmitglieder zu Grabe tragen - steigen die Zahlen der Taufen und Wiedereintritte. Das gilt auch für die Region.

So verzeichnete die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) mit 6472 Taufen und 1086 Eintritten etwa 500 Neuaufnahmen mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Kirchenaustritte bleibt im Unterschied zu anderen Regionen Deutschlands mit 11 953 jedoch höher, auch wenn sie im Vergleich zu 2015 zurückgegangen ist. Insgesamt verzeichnet die Ekbo noch rund 980 000 Mitglieder, rund 2,09 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Das kleine katholische Lausitzbistum Görlitz profitiert dagegen von den Zuzügen aus Polen. Zählte es 2015 noch 29 085 Mitglieder, waren es Ende vergangenen Jahres 29 255. "Der Zuzug von polnischen Katholiken in den Grenzbereich bereichert unsere Gemeinden", sagte Bischof Wolfgang Ipolt. "Insbesondere in der Stadt Görlitz, aber auch in anderen Pfarreien macht sich das bei der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung deutlich bemerkbar." Dadurch werde das Bistum neu herausgefordert, Brücken nach Polen zu bauen.

Und beim Gottesdienstbesuch sind die Lausitzer Katholiken sogar bundesweit an der Spitze: Während durchschnittlich 10,2 Prozent aller Katholiken am Sonntag die Messe besuchen, waren es in Görlitz 19,3 Prozent.