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| 02:38 Uhr

Immer mehr Single-Haushalte

Berlin ist auch Hauptstadt der Singles.
Berlin ist auch Hauptstadt der Singles. FOTO: dpa
Dresden. Viele Sachsen und Brandenburger teilen Tisch und Bett mit niemandem. Oft sind's junge Leute mit ihrer ersten eigenen Bude. Christine Keilholz / ckz1

Der Trend zum Leben allein zieht sich in Sachsen bis in die kleinsten Gemeinden. Seit 2005 werden die Haushalte im Freistaat immer kleiner, so das Statistische Landesamt in Kamenz. Während die Anteile der Ein- und Zweipersonenhaushalte gestiegen sind, werden die Haushalte mit drei und mehr Personen immer weniger. Je mehr Menschen lieber für sich wohnen, desto mehr Haushalte kommen insgesamt dazu. Aktuell zählen die sächsischen Statistiker 2,17 Privathaushalte, ein Anstieg von 15 000 innerhalb eines Jahres.

Im Schnitt leben in jedem sächsischen Einzelhaushalt 1,9 Personen - Anfang der 90er-Jahre waren es noch 2,3 Prozent. Grundsätzlich gilt: Je größer die Stadt, desto kleiner die Haushalte. Gerade in Großstädten und in Städten mit Universitäten leben junge Menschen oft in ein oder zwei Zimmern ohne Mitbewohner. Entsprechend ist der Hotspot in Sachsen Leipzig. Die Boom-City hat eine sehr mobile Einwohnerschaft - die größtenteils in kleinen Wohnungen lebt. Rund 60 Prozent der Leipziger Haushalte werden nur von einer Person bewohnt. Im Schnitt rechnet die Messestadt mit 1,7 Einwohnern je Wohnung.

Aber auch in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern übersteigen inzwischen die Einpersonenhaushalte - ein Drittel - deutlich die Wohnformen mit vier oder mehr Personen, die nur noch auf zwölf Prozent kommen.

Auch in Dresden geht der Trend zur Singularisierung weiter - hat sich zuletzt aber abgeschwächt. Ein Drittel aller Dresdner lebt allein. Hier liegt die durchschnittliche Haushaltsgröße bei 1,8 Personen. Die Landeshauptstadt wächst jedes Jahr um viele Haushalte, in denen ein oder zwei Leute zusammenleben. Sie machen laut einer Wohnungsmarktanalyse der Stadt von 2014 bereits 80 Prozent aller Haushalte aus. Familien mit drei und mehr Personen wohnen nur noch in jeder fünften Dresdner Wohnung.

In Berlin, der unangefochtenen Hauptstadt der Singles, leben längst mehr als die Hälfte der Einwohner allein. Ein deutlich anderes Bild als in Brandenburg, wo das nur auf ein Drittel der Haushalte zutrifft. Das fand das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in Auswertung des Mikrozensus 2014 heraus. Aber auch in Brandenburg nimmt die Vereinzelung zu. Hier stieg der Anteil der Einpersonenhaushalte innerhalb von zehn Jahren um vier Prozentpunkte auf zuletzt 37,4 Prozent. Einen großen Anteil der allein Lebenden machen Senioren aus - rund ein Drittel.

Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg ging dagegen der Anteil der Haushalte, in denen drei und mehr Personen zusammen lebten, zurück.

Brandenburger Seniorinnen und Senioren lebten zu 29,7 Prozent allein. Auch in Brandenburg hat es in den zehn Jahren kaum Veränderungen beim Anteil der Alleinlebenden im Rentenalter gegeben.

Interessanter Befund ist, dass die Brandenburger im Berliner Umland weniger oft allein leben. Hier ist der Anteil der Familien und Wohngemeinschaften höher als im übrigen Brandenburg.