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Schmuggler-Lager in Ostritz entdeckt
Tabak im Wert von 660 000 Euro in einer Halle versteckt

Ostritz. Das war schon keine kleine Überraschung, die es da für Polizei und Behörden im sächsischen Ostritz am Mittwoch gegeben hat. Sie machten einen Zufallsfund im Wert von 660 000 Euro. Von Frank Hilbert

Vertreter von Polizei, Landkreis und weiterer Behörden hatten sich zu einer Ortsbegehung getroffen, um die örtlichen Gegebenheiten genau in Augenschein zu nehmen und zu prüfen, ob eine für April angemeldete dreitägige Veranstaltung oder Teile dieser aus rechtlicher Sicht stattfinden können. Gleichzeitig diente die Ortsbesichtigung zur Prüfung brandschutz-, umwelt-, hygiene- sowie baurechtlicher Aspekte, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Die Arbeitsplatte mit Cutter Messer und leeren Plastiktüten.
Die Arbeitsplatte mit Cutter Messer und leeren Plastiktüten. FOTO: Hauptzollamt Dresden

Konkret geht es um ein am Wochenende nach Hitlers Geburtstag am 20. April geplantes Festival mit Rechtsrockmusik, Kampfsportdarbietungen und Tattoo-Convention. Es werden Hunderte Neonazis erwartet. Anmelder ist der Thüringer NPD-Chef Thorsten Heise.

Während dieser Ortsbegehung entdeckten Polizisten in einer zur Nutzung während der Veranstaltung vorgesehenen Lagerhalle jede Menge Kartons mit Rauchtabak. Da der Verdacht einer Steuerstraftat bestand, wurde das Hauptzollamt in Dresden informiert.

Tonnenweise Tabak befand sich in den gefundenen Kartons.
Tonnenweise Tabak befand sich in den gefundenen Kartons. FOTO: Hauptzollamt Dresden

Wie von dessen Sprecherin Oxana Richter zu erfahren ist, wurden durch Zöllner im hinteren Bereich der Halle 177 Kartons mit Rauchtabak und vier Kartons mit Feinschnitt entdeckt. „Zudem wurden eine Arbeitsplatte mit Cutter Messer, leere Plastiktüten und ein Staubsauger zum Vakuumieren gefunden. Gegen den Mieter der Lagerhalle, einen polnischen Staatsbürger, wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet“, informiert sie weiter. Der Steuerschaden belaufe sich auf 660 000 Euro. Das Zollfahndungsamt Dresden hat die weiteren strafrechtlichen Ermittlungen übernommen.

Was die geplante Veranstaltung im April anbelangt, so verweist die Polizei, darauf, dass die Prüfungen diesbezüglich noch nicht abgeschlossen seien. Die Ostritzer haben indes eine Gegenveranstaltung in Form eines Bürgerfestes geplant. Ein breites Bündnis aus Kirchen, Verbänden und Vereinen will zeigen, dass ihre Stadt für Weltoffenheit und Toleranz steht.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Bürgern dafür seine Unterstützung zugesagt. Er übernahm die Schirmherrschaft.