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Hotelbetrieb auf der Herzinsel geht weiter

Das Insel-Hotel im Brückentinsee ist für Trauungen beliebt.
Das Insel-Hotel im Brückentinsee ist für Trauungen beliebt. FOTO: dpa
Waren/Dabelow. Die "Herzinsel" im Brückentinsee bei Dabelow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) bleibt auch nach ihrer Zwangsversteigerung öffentlich zugänglich. "Der Hotelbetrieb geht weiter, denn der Käufer will alles so weiterführen wie bisher", sagte der Berliner Geschäftsmann Walter Kummerow, einer der früheren Miteigentümer der Insel, nach einem Treffen mit den Käufern. Winfried Wagner

Auf der Insel an der Grenze von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird ein Hotel mit zehn Mitarbeitern betrieben, dessen Pachtvertrag weiterläuft. Den Weiterbetrieb hatte sich auch die zuständige Gemeinde Wokuhl-Dabelow gewünscht, die extra eine Brücke hatte bauen lassen. "Nun hat sich alles letztlich noch zum Guten gewandt", sagte Kummerow.

Ein Anwalt aus Frankfurt am Main hatte das etwa fünf Fußballfelder große und idyllisch gelegene Eiland im Juni zu einem Preis von rund 1,7 Millionen Euro für die Penney Business Limited-Gruppe ersteigert. Die Firma befasst sich auch mit der Finanzierung von Hotel- und Freizeitanlagen.

Die Insel war vor dem Zweiten Weltkrieg Anlaufpunkt für Prominente, die dort Gäste eines damaligen Freiherrn waren. In der DDR ließ die Staatssicherheit dessen Haus abreißen und errichtete eigene Gebäude für Erholungszwecke. Kummerow hatte die Immobilie 1992 mit einem Bekannten von der Treuhand gekauft. Der Bekannte geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, es kam zur Zwangsversteigerung. Die Insel steht unter Naturschutz.

Das Hotel hat den Namen "Herzinsel" vor allem wegen der Trauungen für Verliebte gewählt. Der Umriss des Stück Landes, das an der Grenze Mecklenburgs zu Brandenburg liegt, erinnert an ein Herz.

Inzwischen ist nach Angaben des Amtsgerichts Waren der Auktionspreis vollständig bezahlt, Vertreter des Käufers waren schon im Hotel. Es sind weitere Investitionen vorgesehen, auch die geplanten zusätzlichen Bungalows sollen gebaut werden.

An der Zwangsversteigerung hatte es großes Interesse gegeben. Der Preis stieg vom Mindestgebot von 600 000 Euro auf letztlich 1,7 Millionen Euro. Unter den Bietern war auch die Modedesignerin Jette Joop, die später aber ausstieg.