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| 02:38 Uhr

Hoffnung für Solarworld Freiberg und Arnstadt

Heute befasst sich der Landtag mit dem Thema Solarworld.
Heute befasst sich der Landtag mit dem Thema Solarworld. FOTO: dpa
Chemnitz. Überraschende Wende beim insolventen Fotovoltaik-Unternehmen Solarworld AG: Für die ostdeutschen Standorte zeichnet sich eine kurzfristige Rettung ab – wenngleich mit drastischen Einschnitten beim Personal. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Mittwoch mitteilte, verhandelt er seit dem vergangenen Wochenende mit einer Investorengruppe über die Übernahme der Werke in Freiberg und im thüringischen Arnstadt. dpa/uf

Er schätze die Chancen für eine Einigung mit dem Interessenten höher ein als ein Scheitern, erklärte Piepenburg. Der Investor wolle Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen übernehmen. "Mit dieser Lösung würden wir die Möglichkeiten in einem vorläufigen Insolvenzverfahren weitgehend ausschöpfen, um den Interessen der beteiligten Gläubiger gerecht zu werden und eine dann doch signifikante Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten."

Dass der Verkauf bereits bis zum Beginn des erwarteten Insolvenzverfahrens am 1. August besiegelt sein könnte, wollte Piepenburgs Sprecher nicht bestätigen. "Wir kommunizieren absichtlich keine Deadline", sagte Thomas Schulz.

Mit dem Verkauf der beiden Produktionsstandorte wäre jedoch ein drastischer Stellenabbau verbunden. Laut vorläufigem Insolvenzverwalter würden insgesamt nur rund 450 Mitarbeiter übernommen. Für die anderen 1200 Beschäftigten wird an beiden Standorten über den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft verhandelt.

Der mögliche Investor habe die Finanzierung der Belegschaft bis Mitte August und dann die Übernahme von 450 Mitarbeitern in eine neue Gesellschaft zugesagt, hieß es. Darüber seien die Belegschaften in Freiberg und Arnstadt am Morgen durch einen Anwalt aus Piepenburgs Kanzlei informiert worden.

Für diesen Zeitpunkt war ursprünglich ein Vororttermin mit der Arbeitsagentur vereinbart, um für die Beschäftigten erste Schritte in die Erwerbslosigkeit zu organisieren. Bis in die vergangene Nacht hinein sei man noch von dem Szenario Entlassungen im großen Stil ausgegangen, sagte Schulz.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung. Auch wenn es jetzt für Solarworld weitergehe, sei die Freude verhalten, sagte er. Denn auch wenn noch nicht klar sei, in welcher Größenordnung Freiberg betroffen sei, mache der Verlust von 1200 Arbeitsplätzen betroffen. Dennoch sei es insgesamt ein guter Tag, betonte der SPD-Politiker. "Denn die Befürchtungen der vergangenen Wochen, dass es zum kompletten Aus kommt, konnten abgewendet werden."

Unterdessen hat Sachsen seine Zusage für die Unterstützung eines möglichen neuen Investors in Freiberg bekräftigt. Der Freistaat stehe zu seiner Zusage, mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einem neuen Gesellschafter unter die Arme zu greifen, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

Heute wird sich der Wirtschaftsausschuss des sächsischen Landtages auf einer von der Linken beantragten Sondersitzung mit dem Thema Solarworld befassen.