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| 02:40 Uhr

Höcke-Rede wird für die AfD teuer

Der AfD Landesvorsitzende von Thüringen, Björn Höcke. Seine Rede wird teuer für die AfD.
Der AfD Landesvorsitzende von Thüringen, Björn Höcke. Seine Rede wird teuer für die AfD. FOTO: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild)
Oschatz. Die Dresdner Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke ist der Partei nicht gut bekommen. Der sächsische Landesverband habe infolge der umstrittenen Rede etliche Großspender verloren, sagte Generalsekretär Uwe Wurlitzer am Dienstagabend bei einer Parteiveranstaltung in Oschatz (Kreis Nordsachsen). Christine Keilholz / ckz1

"Insgesamt kostet uns diese Veranstaltung deutlich über 100 000 Euro", so Wurlitzer. Ein Betrag, der jetzt vom Budget für den Bundestagswahlkampf abgehe. Bei ihrem Landesparteitag Ende Januar hatte die sächsische AfD ein Wahlkampfbudget von 600 000 Euro festgesetzt.

Die Partei habe laut Wurlitzer bereits gebuchte Säle verloren und sich deshalb zwei große Zelte kaufen müssen, um Wahlkampfveranstaltungen durchführen zu können. Vor rund 90 Gästen in Oschatz übte Wurlitzer heftige Kritik an Höcke. Es sei "entsetzlich, dass der Björn in unserer 1000-jährigen Geschichte immer nur diese zwölf Jahre thematisiert", sagte Wurlitzer in Anspielung auf die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.

Die heftig kritisierte Rede Höckes im Dresdner Ballhaus Watzke am 17. Januar nannte Wurlitzer eine "Bierzeltrede", in der "Themen aufgemacht" worden seien, die die Partei "im Wahlkampf nicht gebrauchen" könne. Zudem fürchtet der Generalsekretär nun um Wählerstimmen in den westlichen Bundesländern. "Wir haben 88 Prozent Wähler im Westen", sagte er, "es wird nicht reichen, wenn wir hier im Osten mit 50 Prozent gewählt werden". Von einem Landesvorsitzenden wie Höcke "muss ich so viel Weitblick erwarten, dass er sich bei seinen Reden mäßigt", so Wurlitzer.

Höcke hatte unter Bezug auf die NS-Verbrechen unter anderem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert.