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| 16:17 Uhr

Falsche Polizisten in Sachsen
„Hier spricht die Polizei. Wir haben Ihre Tochter. Zahlen Sie 14 000 Euro.“

 Falscher Polizist zockt Bautzner Rentnerin ab.
Falscher Polizist zockt Bautzner Rentnerin ab. FOTO: Fotolia
Bautzen. Immer, wenn man denkt „Dreister geht’s nicht mehr“ legen die falschen Polizisten noch einen drauf. Der neueste Trick der Telefonbetrüger: Von Bodo Baumert

Eine 75-jährige Bautznerin ist am Dienstagabend Opfer eines „falschen Polizisten“ geworden. Der Telefonbetrüger lockte sie nach Dresden und raubte ihr über 14 000 Euro. Dabei ging er besonders perfide vor, wie die Polizeidirektion Görlitz am Mittwoch berichtet..

„Die Rentnerin erhielt am Dienstagnachmittag in Bautzen an der Neugasse mehrere Anrufe eines unbekannten Mannes, der sich als ‚Dresdner Kriminalpolizist’ ausgab“, schildert Polizeisprecher Torsten Jahn. Der Täter suggerierte der Seniorin, dass ihre Tochter nach einem Verkehrsunfall festgenommen wurde. Für deren Freilassung sollte sie einen hohen Geldbetrag hinterlegen.

Rentnerin gibt ihr Erspartes an falschen Polizisten

Solche Betrugsversuche durch falsche Polizisten sind nicht neu. Meist scheitern sie zum Glück. Diesmal allerdings muss der Anrufer so eindringlich gewesen sein, dass die Seniorin alle Vorsicht vergaß. „Dem Betrüger gelang es, die Dame davon zu überzeugen, sich mit rund 14 000 Euro Bargeld und ihrem gesamten Goldschmuck von Bautzen auf den Weg nach Dresden zu begeben. Im Bereich des Wiener Platzes übergab die immer noch ahnungslose Rentnerin schließlich das Geld und ihre Wertsachen an einen Boten“, berichtet Polizeisprecher Jahn.

Stutzig wurde das Opfer erst, als sie auch zwei Stunden nach der Übergabe den vereinbarten Rückruf bezüglich der Freilassung ihrer Tochter nicht erhalten hatte. Sie meldete sich bei der Bundespolizei im Hauptbahnhof Dresden. Die Beamten dort öffneten ihr endlich die Augen.

So erkennen Sie falsche Polizisten

„Die Polizei ruft nie Bürger an, um von Ihnen Geldbeträge zu fordern“, macht Jahn noch einmal deutlich. Polizisten würden auch niemals als Bote Bargeld entgegennehmen, um vermeintliche Forderungen oder Rechnungen bei Unfällen, Versicherungen oder Krankenhauskosten einzutreiben. „Sollten Sie Zweifel haben, fragen Sie über den Notruf der Polizei 110 nach“, so sein Rat.

Wie man sich richtig verhält, hat eine Rentnerin kürzlich in Finsterwalde gezeigt. Oft können auch Bankmitarbeiter oder Taxifahrer helfen, solche Betrugsversuche zu verhindern.

Die Ermittlungen im Fall von Bautzen hat nun die Dresdner Kriminalpolizei übernommen. Die Chancen, dass die Rentnerin ihr Geld und ihren Schmuck wider sieht, sind aber gering.

Trickbetrüger, falsche Polizisten, vermeintliche Enkel: Wer steckt dahinter und wie können Sie sich schützen: Das RUNDSCHAU-Spezial zum Thema