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| 16:26 Uhr

Schüsse auf Autos
Polizei sucht nach Geschossen um Bischofswerda

Am Sonntagnachmittag wurde der Tatverdächtige in einem Waldstück am Löwenberg bei Bischofswerda festgenommen. Am Montag folgte die Unterbringung in eine Fachklinik.
Am Sonntagnachmittag wurde der Tatverdächtige in einem Waldstück am Löwenberg bei Bischofswerda festgenommen. Am Montag folgte die Unterbringung in eine Fachklinik. FOTO: Rocci Klein
Görlitz/Bischofswerda. Nach den Schüssen auf mindestens 20 Autos in der Region um Bischofswerda, ermittelt die Polizei mit Hochdruck. Am Dienstag lief an verschiedenen Tatorten die intensive Suche nach Geschossen. Ein von der Polizei festgenommener Mann hatte die Schüsse gestanden. Von Bodo Baumert

„Die Serie von Schüssen auf Fahrzeuge im Raum Bischofswerda ist aufgeklärt!“ jubeln Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung. Der 42-Jährige, der am Sonntagnachmittag in einem Waldstück vorläufig festgenommen wurde, sei „umfangreich geständig“.

In Bischofswerda kam es nach den Vorfällen der letzten Tage und der Festnahme zu einer weiteren großen Suchaktion. Mehrere Beamte der Polizei sowie Kriminaltechnik waren am Dienstag Vor- und Nachmittag an zwei Tatorten auf der Suche nach den Kugeln. Allein 10 Kugeln fanden die Beamten an der B98, am Goldbacher Berg. Die Suche auf der S111, dem Tatort, an dem der Schütze festgenommen wurde, läuft die Suche noch. Es dauerte aber nur wenige Sekunden, da hatten die Beamten auch hier schon mehrere Kugeln gefunden. Es handelt sich dabei um kleine Metallkugeln, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Fahrzeuge geschossen wurden. Bei dem Täter, Benjamin K. ist aktuell bekannt, dass er in einer Spezialklinik untergebracht wurde.

Die Kriminalbeamten werfen dem Fetgenommenen, einen in Bischofswerda lebendem Mann, vor, in den zurückliegenden Tagen seit dem 12. August und davor „in mindestens 20 Fällen an unterschiedlichen Tatorten in Bischofswerda und Umgebung auf fahrende Autos und Kleintransporter geschossen zu haben“. Offenbar ging es ihm dabei nicht nur um Sachbeschädigung. „Aus dem Ergebnis der bisherigen Vernehmungen und Ermittlungen ergab sich mittlerweile der Verdacht des versuchten Tötungsdeliktes in mehreren Fällen“, so die Staatsanwaltschaft.

Zudem gebe es Hinweis zu einen ähnlichen Fall aus Herrnhut. Am 1. August war dort das Auto einer 63-jährigen Frau in den Abendstunden beschossen und getroffen worden.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen stellten die Ermittler am Sonntagabend laut Polizeiangaben drei Schusswaffen sicher. Dabei handelte es sich um zwei Pistolen und ein Gewehr mit Zielfernrohr. Alle drei Schusswaffen waren Gasdruck betrieben. Zudem stellten die Beamten die verwendete Munition sicher. „Dabei handelte es sich um Stahlkugeln in einer Stärke von viereinhalb Millimetern. Reste eines solchen Projektils hatten Kriminaltechniker bei ihrer akribischen Spurensuche in einem der beschossenen Pkw sicherstellen und rekonstruieren können“, heißt es in einer Presse-Information.

Ein Haftrichter am Amtsgericht Bautzen hatte am Montagnachmittag aufgrund einer anzunehmenden psychischen Erkrankung des Tatverdächtigen einen Unterbringungsbeschluss erlassen. Der Mann wurde in ein Fachkrankenhaus eingewiesen.

Die Frage nach dem Tatmotiv bleibt weiter offen. „Der 42-jährige Mann hat nach bisherigen Erkenntnissen offenbar wahllos auf vorbeifahrende Fahrzeuge geschossen. Womöglich leidet er an einer psychischen Erkrankung und fühlte sich von Autos bedroht“, so die Staatsanwaltschaft.