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| 11:45 Uhr

Tierwelt
Haussperling ist Nummer eins in Gärten von Sachsen und Brandenburg

Der Spatz bleibt die Nummer eins in Sachsens Gärten.
Der Spatz bleibt die Nummer eins in Sachsens Gärten. FOTO: dpa / Nicolas Armer
Chemnitz. Spatzen bleiben unangefochten die Nummer eins unter den Vögeln, die sich in sächsischen und Brandenburger Gärten tummeln. In der Mark freuen sich Naturschützer auch über den Zuwachs an Rauchschwalben.

In Sachsens Gärten fliegen immer weniger Vögel. Das ist das Ergebnis der Zählung „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbundes (Nabu). Nach der am Dienstag veröffentlichten Statistik verzeichnen unter den Top 10 nur der Haussperling als erneute Nummer eins und die Mehlschwalbe auf Platz neun Zuwächse. Beim Spatz gab es ein Plus von vier Prozent im Vergleich dem Vorjahr, die Zahl der Mehlschwalben stieg um 18 Prozent.

Dagegen wurden auf den Plätzen zwei bis acht bei Star, Amsel, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise, Mauersegler und Elster bis zu 21 Prozent weniger Exemplare gezählt. Auch die Ringeltaube auf Rang zehn weist ein Minus von drei Prozent auf. Sachsen folgt damit einem bundesweiten Trend.

Die Zahl der Rauchschwalben (Hirundo rustica) nimmt in Brandenburg zur Freude der Naturschützer zu.
Die Zahl der Rauchschwalben (Hirundo rustica) nimmt in Brandenburg zur Freude der Naturschützer zu. FOTO: dpa / Stefan Sauer

Laut Nabu sind die Ergebnisse besorgniserregend. Weil gerade Insektenfresser unter den Vögeln größte Rückgänge aufwiesen, würden die Ergebnisse indirekt die Feststellungen über einen Verlust der Insekten-Biomasse bestätigen. Der Umweltverband regte daher an, Gärten, Balkone oder Höfe vogel- und insektenfreundlicher zu gestalten. „Zudem muss das anhaltende Insektensterben umgehend gestoppt werden“, sagte der Nabu-Vorsitzende Bernd Heinitz. In Sachsen wurden zwischen dem 10. und 21. Mai in 1944 Gärten von 3042 Teilnehmern insgesamt 69 199 Vögel gezählt.

Auch in Brandenburger Gärten hält der Haussperling laut Nabu nach wie vor die Spitzenposition. Hier hatten 2450 Vogelfreunde am zweiten Maiwochenende jeweils eine Stunde gezählt.

Durchschnittlich wurden demnach 5,48 Haussperlinge gesichtet. es folgten auf den nächsten Plätzen Feldsperling, Star, Amsel, Kohl- und Blaumeise. Ein Rückgang war zu verbuchen beim Star, dem Vogel des Jahres. 2017 rangierte er noch auf Platzzwei mit 3,41 gesichteten Tieren in der Stunde, in diesem Jahr waren es nur 3,05. Im Bundesdurchschnitt wurden durchschnittlich 2,1 Stare in der Stunde im Garten beobachtet.

Froh sind die Naturschützer über den Zuwachs an Rauchschwalben. Mit beobachteten 1,19 Vögeln sei das ein Zuwachs um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagte die Brandenburger Nabu-Chefin Christiane Schröder. Auch für Mehlschwalben könne leichte Entwarnung gegeben werden. Es müsse genau beobachtet werden, wie sich das Insektensterben in den kommenden Jahren auf den Bestand auswirke.

(dpa)