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| 01:28 Uhr

Handwerk befürchtet Zunahme der Schwarzarbeit im Freistaat

Sachsens Handwerk befürchtet angesichts schlechter Konjunkturaussichten eine Zunahme der Schwarzarbeit. „Die steigt erfahrungsgemäß immer dann an, wenn die Kaufkraft der Menschen gering ist oder Unternehmen unter besonders hohen Belastungen leiden“, sagte Joachim Dirschka, Präsident des Sächsischen Handwerkstages. dpa/das

Es gebe zwar viele rechtliche Maßnahmen und Sanktionen Schwarzarbeit zu ahnden, aber zu verhindern sei sie kaum. "Selbst durch Sanktionen und intensive Kontrollen konnten derartige Aktivitäten nicht wirksam eingedämmt werden", sagte Dirschka. Allein im Bezirk Leipzig würden im Jahr schätzungsweise drei Milliarden Euro im illegalen Bereich erwirtschaftet. "Das ist die Hälfte der Umsätze der 12 000 Handwerksbetriebe im Leipziger Kammerbezirk mit ihren 75 000 Mitarbeitern", betonte er."Dieses Problem ist nicht ohne eine deutliche Senkung der Steuer-und Abgabenlast auf den Faktor Arbeit zu lösen", sagte Dirschka. Abschreckung durch hohe Bestrafung helfe nicht. Die Menschen müssten netto mehr von ihrem Bruttoeinkommen behalten. "Gibt es mehr Kaufkraft, sinkt das Interesse, Aufträge an Handwerker schwarz zu vergeben", sagte der Handwerkstag-Präsident. "Wer legal arbeiten kann und dadurch ein Einkommen hat, muss sich nicht in Schwarzarbeit flüchten." Das gelte sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmen.Gerade im Baubereich oder bei haushaltsnahen Dienstleistungen sei Schwarzarbeit weit verbreitet, sagte Dirschka. Vom Hausputz über Gartenarbeiten bis zur Sanierung von Wohnungen würden die "Dienste" von Schwarzarbeitern in Anspruch genommen. Gelänge es, nur ein Zehntel der Aufträge zu legalisieren, gäbe es allein im Bereich der Leipziger Handwerkskammer 2000 neue Arbeitsplätze."Der Steuerbonus auf bestimmte Handwerksleistungen ist ein richtiger Schritt und hat bereits in den vergangenen Jahren positive Effekte gebracht", so Dirschka. "Mit der Verdoppelung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerksleistungen auf jährlich 1200 Euro wurden die Anreize zu Jahresbeginn 2009 sogar deutlich erhöht." Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz auf Handwerksleistungen, wie nach EU-Regelungen möglich, wäre laut Dirschka ein weiterer guter Ansatz. Davon würden letztlich mehr Menschen profitieren als vom Steuerbonus, den viele aufgrund geringer Einkommen nicht nutzen könnten. dpa/das