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| 02:42 Uhr

Haftbefehle nach Leichenfund

Traurige Pflicht: Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens kümmern sich in einem Görlitzer Neubaublock um den Transport der Leiche des 24-Jährigen aus Niesky.
Traurige Pflicht: Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens kümmern sich in einem Görlitzer Neubaublock um den Transport der Leiche des 24-Jährigen aus Niesky. FOTO: Danielo Dittrich/ddh1
Görlitz/Niesky. Im Fall eines vermissten Mannes aus dem Raum Niesky hat die Mordkommission der Polizeidirektion Görlitz die Ermittlungen übernommen. Die Kriminalisten gehen mit Hochdruck der Frage nach, ob der 24-Jährige Opfer eines Verbrechens aus Habgier wurde. Regina Weiß

Der Leichnam des Mannes wurde am Montag in einer Wohnung in Görlitz aufgefunden, teilt die Polizeidirektion mit.

Vor knapp einer Woche hatte der Vater des gesuchten Mannes die Polizei über das Verschwinden seines Sohnes informiert. Zuletzt wurde er am Sonntag, 5. Februar, gesehen. Die ersten Ermittlungen und Suchmaßnahmen der Polizei brachten keinen Hinweis auf dessen Verbleib. Das änderte sich am Montagmorgen. Nach einem Zeugenhinweis haben Beamte der Kriminalpolizei, des Einsatzzuges der Polizeidirektion sowie des Polizeireviers Bautzen eine Wohnung eines Dritten in einem Mehrfamilienhaus in Weigsdorf-Köblitz durchsucht. Die Ermittler trafen in den Räumlichkeiten zwei Tatverdächtige an und nahmen diese vorläufig fest. Die Ermittlungen gegen den 33-jährigen Beschuldigten und seine neun Jahre jüngere Komplizin werden heute fortgesetzt.

In Radeberg hat eine Streife des Polizeireviers Kamenz am Montagnachmittag den BWM des Vermissten in der Nähe eines Einkaufszentrums aufgefunden und sichergestellt. Der 24-Jährige soll kurz vor seinem Verschwinden damit unterwegs gewesen sein. Noch am selben Tag durchsuchte die Kriminalpolizei die Wohnung der 24-jährigen Tatverdächtigen in Görlitz. Dort entdeckten die Ermittler den Leichnam des als vermisst gemeldeten Mannes.

Der 33-Jährige und seine 24 Jahre alte Freundin sollen den Mann aus Niesky nach ersten Erkenntnissen getötet haben, um in den Besitz seines Autos und seiner EC-Karte zu kommen. Dem Paar wird vorgeworfen, insgesamt 2000 Euro vom Konto des Opfers abgehoben zu haben. Der 33-Jährige soll mehrmals mit einem stumpfen Gegenstand auf den Hinterkopf des Opfers eingeschlagen haben. Anschließend ließen die Tatverdächtigen den Mann verletzt und auf einem Stuhl gefesselt zurück.

Bei den Ermittlungen gilt es auch zu klären, auf welche Art und Weise der 24-jährige Mann zu Tode kam, teilen Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Görlitz gemeinsam mit. Ein endgültiges Obduktionsergebnis liege noch nicht vor, daher stehe der genaue Todeszeitpunkt noch nicht fest, hieß es.

Ob sich die Verdächtigen und der 24-Jährige kannten, sei zudem Gegenstand der Ermittlungen, erklärte ein Polizeisprecher.