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Haft für Hoyerswerdaer Brandstifter

Der Hoyerswerdaer Udo S. muss wegen versuchten Mordes, besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Mit diesem Urteil blieb die 1. Von uwe menschner

Jugendkammer des Landgerichtes Bautzen deutlich unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von acht Jahren gefordert hatte.
Das Gericht hielt S. im Gegensatz zur Verteidigung des versuchten Mordes für schuldig, da er den Tod von Menschen zumindest in Kauf genommen habe. Der 20-Jährige hatte in der Nacht vom 18. zum 19. Juli in einer Wohnung des Hoyerswerdaer Elfgeschossers Straße des Friedens 1 Feuer gelegt, um die Spuren eines vorangegangenen Einbruches zu verwischen (die RUNDSCHAU berichtete). Anders als die Staatsanwaltschaft konnte die Jugendkammer jedoch keine konkrete Gefährdung des Lebens von Hausbewohnern durch den von S. verursachten Brand erkennen, "es bestand allenfalls eine ab strakte Gefahr", so der Vorsitzende Richter Heinz Tritschler.
Analog dazu argumentierte die Kammer auch im Falle des Mitangeklagten Toni D., der an dem Einbruch beteiligt gewesen war und S. im Anschluss daran den Schlüssel zu einem Keller aushändigte, in dem sich Benzin befand. Er muss wegen Beihilfe zum versuchten Mord, zur schweren Brandstiftung und zur gefährlichen Körperverletzung für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft für ihn gefordert.
Der dritte Angeklagte, Marko M., erhielt wegen Einbruchsdiebstahls eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten. "Dieser Angeklagte war an der Brandstiftung nicht beteiligt und kann dafür auch nicht bestraft werden", so der Vorsitzende Richter Heinz Tritschler. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verurteilten können dagegen Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.