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Forschung
Lob für Sachsens Unikliniken

Das Medizinisch-Theoretische Zentrum der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus auf dem Areal des Universitätsklinikums in Dresden gehört zu den Leuchttürmen bei der Ausbildung und Forschun.
Das Medizinisch-Theoretische Zentrum der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus auf dem Areal des Universitätsklinikums in Dresden gehört zu den Leuchttürmen bei der Ausbildung und Forschun. FOTO: Arno Burgi / dpa
Dresden. Wer Medizin studieren will, kann sich in Sachsen zwischen Dresden und Leipzig entscheiden. Aber braucht Sachsen auf Dauer zwei Zentren für Universitätsmedizin? Von Christine Keilholz

Im Sommer 2017 ließ Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) beide Standorte an der TU Dresden und der Uni Leipzig auf Herz und Nieren prüfen. Jetzt hat der Wissenschaftsrat seinen Bericht vorgelegt. Ergebnis: Dresden ist super, Leipzig kann noch super werden.

Die Experten vom Wissenschaftsrat sahen sich neben Forschung und Lehre auch die Krankenversorgung an den Uni-Kliniken genauer an.

Danach sind Dresden und Leipzig derzeit als „konkurrenz- und leistungsfähige universitätsmedizinische Standorte“ sehr gut aufgestellt, heißt es in dem Bericht. Damit das so auch weitergeht, müsse aber mehr Geld vom Freistaat an die Standorte fließen. Ministerin Stange wertet den Bericht erstmal als ein „sehr gutes Zeugnis“. Beide Standorte müssten nun dauerhaft weiter entwickelt werden.

Gerade für die Uni Leipzig ist das ein wichtiges Signal, macht sich doch hier seit Jahren die Sorge breit, als Nummer Zwei hinter der Exzellenz-
uni TU Dresden ins Abseits zu geraten. Das zeigte sich schon im Gerangel um den Studiengang Jura. Dieser wird mittlerweile nur noch in Leipzig angeboten.

Was nun die Medizin betrifft, fällt das Urteil des Wissenschaftsrats für Leipzig doch deutlich weniger euphorisch für die Leipziger aus.

So legt der Rat der Uni nahe, Forschungsschwerpunkte wie Zivilisationskrankheiten oder regenerative Medizin weiter auszubauen. Hier bestehe „hohes wissenschaftliches Potential“.

Man werde diese Hinweise auch „sehr ernst nehmen“, erklärt Leipzigs Medizin-Dekan Michael Stumvoll. Denn die Konkurrenz unter den Instituten ist groß, und sie beginnt schon in Dresden.

An der TU, Sachsens größter Universität, sieht der Wissenschaftsrat ein „prägnantes und erfolgreiches wissenschaftliche Profil der Universitätsmedizin“ gegeben. Das reicht von onkologischen Erkrankungen bis hin zur Psychiatrie. Das freut die medizinische Führungsriege des Hauses.

„Spitzenforschung und Spitzenmedizin sind in Dresden eine äußerst erfolgreiche Symbiose eingegangen“, sagt Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand der Uniklinik Carl Gustav Carus.

Die Medizinische Fakultät der TU Dresden mit ihren 2500 Studenten geht auf das 1748 eröffnete Kurfürstlich-Sächsische Collegium Medico-Chirurgicum zurück. Sie kooperiert mit renommierten internationalen Fakultäten wie der Universität Sydney oder der Duke University in Durham, USA.

Derweil studieren an der Leipziger Medizinischen Fakultät 3000 junge Leute Human- und Zahnmedizin. Zur Fakultät gehören ein Herzzentrum und eine Uniklinik. Mit ihren 48 Instituten und Kliniken ist die Leipziger Unimedizin bundesweit eine der größten.

Beide Standorte sollen nach Ansicht des Wissenschaftsrats künftig enger zusammenarbeiten. Nicht nur in Forschung, auch in Technik, Administration oder IT. In einem aber sollen beide Häuser besser werden: Sie sollen mehr Nachwuchs promovieren.