ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:42 Uhr

Tschechische und deutsche Polizisten kooperieren
Grenzüberschreitendes Projekt gegen Kriminalität bei Güterverkehr

Mitarbeiter der Polizeidirektion Görlitz und ihre tschechischen Gäste starteten gemeinsam das EU-Projekt.
Mitarbeiter der Polizeidirektion Görlitz und ihre tschechischen Gäste starteten gemeinsam das EU-Projekt. FOTO: Polizeidirektion Görlitz
Görlitz . Ein grenzüberschreitendes Projekt der sächsischen und tschechischen Polizei ist jetzt in Görlitz gestartet worden. Im Fokus: kriminelle Machenschaften im grenzüberschreitenden Güterverkehr.

Zur Eröffnung eines gemeinsamen EU-Projektes waren am Dienstag Delegationen der tschechischen Bezirkspolizeidirektionen Liberec und Usti nad Labem bei ihren Kollegen in der in der Polizeidirektion Görlitz zu Gast. Im Beisein von Beamten der Verkehrspolizeien beider Länder ertönte der symbolische Startschuss für das Vorhaben „Ahoj sousede/Hallo Nachbar“, berichtete die Polizeidirektion Görlitz.

Dienststellen werden enger verzahnt

Im Rahmen des EU-Projektesworden die Partnerdienststellen in Deutschland und Tschechien zukünftig enger verzahnt gegen Kriminalität im Bereich des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs im sächsisch-tschechischen Grenzraum vorgehen.

Sachsens Polizeipräsident Torsten Schultze sagte laut Mitteilung: „Die Landkreise Bautzen und Görlitz sowie die Bezirke Liberecky und Ustecky sind tagtäglich Durchfahrtsgebiet des grenzüberschreitenden Schwerlastverkehrs. Der Zusammenarbeit der Verkehrspolizei kommt daher auch auf diesem Gebiet besondere Bedeutung zu. Gemeinsame Schulungen und Verkehrskontrollen gibt es schon jetzt, aber wir wollen diese zusammen mit unseren tschechischen Nachbarn weiter intensivieren, um so für mehr Sicherheit auf unseren Straßen zu sorgen.“

Partner unterzeichneten Kooperationsvertrag

Den Grundstein für die von der Europäischen Union geförderte, vertiefte Zusammenarbeit der sächsischen und tschechischen Verkehrspolizisten sei am 5. Dezember vergangenen Jahres gelegt worden, informierte die Polizeidirektion weiter. Die drei Partnerdienststellen hätten in der Görlitzer Polizeidirektion einen Kooperationsvertrag unterschrieben.

Geplant seien vor allem Kontrollen des grenzüberschreitenden, gewerblichen Schwerlastverkehrs, heißt es weiter. Dabei würden Polizisten beider Länder gemeinsam im Einsatz sein. In der Oberlausitz werden tschechische Verkehrspolizisten ihre sächsischen Kollegen unterstützen. Auf tschechischer Seite werden die Bautzener Beamten zwischen Liberec, Ceska Lipa und Usti nad Labem ihren Kollegen mit Rat und Tat zur Seite.

Manipulationen aufdecken

Gemeinsam sollen sie laut Mitteilung besonders auf Manipulationen an technischen Baugruppen von Bussen und Nutzfahrzeugen, Verstöße gegen Sozialvorschriften, Ladung und Gewichte der Lkw und natürlich den technischen Zustand der Fahrzeuge achten.

Die Polizeidirektion Görlitz ist nach eigenen Angaben in dem nun eröffneten Projekt der „ Lead-Partner“. Ein sächsisch-tschechisches Projektteam erarbeitete gemeinsam ein entsprechendes Konzept. Neben einer eng verzahnten Kooperation der Polizeien beider Länder auf Bundes- und Kreisstraßen im grenznahen Raum wollen die beteiligten Dienststellen auch modernste Computer- und Auswertetechnik beschaffen, mit der Verstöße aufgedeckt werden können, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Mit der modernen Technik wolle die Polizeidirektion Görlitz aktuellen Trend im Schwerlastverkehr begegnen. Immer häufiger stellten die Beamten des Verkehrsüberwachungsdienstes bei Lkw und Reisebussen manipulierte Fahrtenschreiber fest. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um kein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat. Auch Manipulationen an den Geschwindigkeitssensoren der Geräte sollen besser aufgedeckt werden können.

Moderne Videotechnik für rollende Kontrollen

Geplant sei auch, einen Transporter mit moderner Videotechnik auszustatten, heißt es weiter in der Mitteilung. So werde es möglich sein, aus dem vorbeifahrenden Transporter heraus das Verhalten von Lkw- und Busfahrern in deren Führerhäusern zu kontrollieren Das Fahrzeug werde zudem über eine Wärmebildkamera und ein Gerät zur Überprüfung von Dokumenten verfügen.

(red/uf)