Die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf (Landkreis Görlitz) hatte am ersten Wochenende des neuen Jahres gleich alle Hände voll zu tun. Die Fahnder verhinderten 14 unerlaubte Einreisen und stellten darüber hinaus neun Personen fest, welche bereits ohne die erforderliche behördliche Erlaubnis im Bundesgebiet gearbeitet hatten. Bis auf zwei Personen wurden alle bei routinemäßigen Kontrollen auf der A4 entdeckt. Auf der Strecke war nach Angaben der Bundespolizei aufgrund des Ferienendes in vielen Bundesländern verstärkter Reiseverkehr in Richtung Deutschland unterwegs.

10 000 Euro illegaler Lohn beschlagnahmt

Am Sonntag verfingen sich zwei Ukrainer (21 und 22) im Fahndungsnetz der Bundespolizei. Die Ordnungshüter fanden heraus, dass beide Männer als Lagerarbeiter einer unerlaubten Erwerbstätigkeit in Thüringen nachgegangen waren. Für die eingeleiteten Strafverfahren wurden Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 600 Euro einbehalten. Ebenfalls wegen illegaler Schwarzarbeit wurden am Samstag einem 21-Jährigen 1.400 Euro, einem ebenfalls 21-Jährigen 1.500 Euro, einem 24-Jährigen 1.800 Euro, einem 25-Jährigen 2.500 Euro und einem 30-Jährigen 2.800 Euro Arbeitslohn abgenommen. Die fünf Männer hatten ohne Genehmigung bei einem thüringischen Dienstleister gearbeitet. Die zuständige Ausländerbehörde Görlitz entscheidet in diesen Fällen über die aufenthaltsbeendenden Maßnahmen, da alle Personen bereits in Deutschland waren. In der Regel werden derartige Verstöße mit einer zweijährigen Wiedereinreisesperre geahndet.

A4 und A10 sind die Hauptreiserouten

Am Samstag und Sonntag untersagten Bundespolizisten insgesamt sieben ukrainischen Männern (19, 20, 29, 37, 40, 45, 45) und einer ukrainischen Frau (43) die Weiterreise. Im Gepäck der Ukrainer fanden die Bundespolizisten Hinweise, die den Anschein erweckten, dass die Beschuldigten einer Ferienarbeit für ausländische Studenten nachgehen wollten - ohne allerdings Studenten zu sein. Mitgeführte Unterlagen führten außerdem auf die Spur verschiedener Arbeitsvermittler in Deutschland.

Die acht vermeintlichen Studenten und weitere sechs ukrainische Männer und Frauen, die am Wochenende versuchten, unerlaubt ins Bundesgebiet einzureisen, wurden durch die Bundespolizisten bereits nach Polen zurückgeschoben. Darüber hinaus wurde eine Einreisesperre bis Januar 2022 verfügt. Ukrainer dürfen ohne Visum nach Deutschland für drei Monate einreisen, aber ohne Arbeitserlaubnis. Die A4 über Görlitz und die A10 über Frankfurt (Oder) sind deren Hauptreisewege nach Deutschland oder zur Durchreise zum Beispiel nach Frankreich.