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| 01:06 Uhr

Görlitzer Brückenpark soll für Bürger erlebbar werden

Görlitz.. Der geplante Brückenpark soll im entscheidenden Jahr 2005 für die Görlitzer Kulturhauptstadt-Bewerbung das zentrale Thema werden. „Wir wollen den Brückenpark in den kommenden zwölf Monaten erlebbar machen. Er ist bisher noch nicht genug in den Köpfen der Bürger verankert“, sagte Kulturhauptstadt-Manager Peter Baumgardt in einem Gespräch.


Der Brückenpark soll ein gemeinsames kulturelles Stadtzentrum von Görlitz und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec werden. Geplant ist eine Verknüpfung bestehender, zum Teil aber stark sanierungsbedürftiger Gebäude wie Stadthalle und Synagoge mit Neuem wie etwa einem "Forum für zeitgenössische Kunst und Medien". Der Park ist zentrales Element der gemeinsamen Bewerbung von Görlitz und Zgorzelec als Kulturhauptstadt Europas 2010. Weitere Projekte befassen sich zum Beispiel mit den architektonischen Schätzen der Görlitzer Altstadt und dem entstehenden Freizeitgebiet Berzdorfer See.
Ende Januar sollen in Görlitz rund 20 Entwürfe von Studenten von Hochschulen in Dresden, Zittau/Görlitz, Krakau und Breslau zum Brückenpark vorgestellt werden. "Den besten Entwurf werden wir dann Mitte März im Rahmen eines Happenings eins zu eins darstellen", sagte Baumgardt. Provisorien sollen dann an den einzelnen Orten diesseits und jenseits der Neiße den Menschen vor Augen führen, wie der Park eines Tages aussehen könnte. Danach ist eine Dauerausstellung zum Thema Brückenpark geplant. "Anfang Mai wird es außerdem ein Kunstfest in diesem Bereich geben."
Die Finanzierung des Brückenparks hält Baumgardt für machbar. So setzt er beim Bau des Forums für zeitgenössische Kunst und Medien etwa auf private Investoren. "Es gibt Kunstmäzene, die Akzente setzen wollen in einer Stadt wie Görlitz", zeigte sich Baumgardt zuversichtlich. In der Region fehle bislang ein solches Museum und außerdem: "Man kann damit auch Geld verdienen. Das haben andere Museen gezeigt."
Im Januar wird eine Jury Görlitz besuchen, die dem Bundesrat zwei bis vier der zehn deutschen Kandidaten für den Titel vorschlagen soll. Die EU wählt dann Anfang 2006 aus den deutschen Vorschlägen eine Stadt aus. Seit dem Regierungswechsel in Dresden verspürt Görlitz nach Beobachtung Baumgardts mehr Rückenwind aus der Landeshauptstadt bei seiner Bewerbung. "Mit mehreren Ministerien gibt es Gespräche zur Finanzierung des Kulturhauptstadt-Projektes."
Für die Bewerbung und Umsetzung des Projektes Kulturhauptstadt hat Görlitz 60 Millionen Euro veranschlagt: ein Drittel muss die Stadt aufbringen, ein Drittel kommt vom Freistaat, ein Drittel soll der Bund beisteuern. Dazu kommen noch einmal Investitionen in Höhe von etwa 102 Millionen Euro etwa für die Sanierung Görlitzer Museen sowie von Stadthalle und Synagoge. Etwa ein Viertel davon müsste die Stadt aufbringen. Der Stadtrat hatte kürzlich beschlossen, zu Gunsten der Kulturhauptstadt-Bewerbung Erlöse aus dem Teilverkauf der Stadtwerke in die Schuldentilgung und verschiedene Kulturprojekte zu stecken. (dpa/mb)