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| 02:38 Uhr

Görlitz auch 2016 Top-Adresse für Filmemacher

Drehstart für "Wolfsland": Götz Schubert (3.v.l.) und Yvonne Catterfeld (4.v.l.) ermitteln wieder.
Drehstart für "Wolfsland": Götz Schubert (3.v.l.) und Yvonne Catterfeld (4.v.l.) ermitteln wieder. FOTO: obs/ARD Das Erste/© MDR/Steffen Junghans
Görlitz. "Görliwood" ist als Filmkulisse kein Geheimtipp mehr, das Interesse von Produktionsfirmen ungebrochen. Die Liste der Anfragen ist lang. dpa/uf

"Görliwood" bleibt attraktiv: Görlitz gehört nach Einschätzung der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) zu den Topadressen für Filmemacher im Ausland. "Als Filmstandort mit tollen Bedingungen und kompakten baulichen Ensembles, die man so nur in Görlitz findet", sagte MDM-Sprecher Oliver Rittweger. Nicht nur große internationale Produktionen hätten Filmemacher auf die Neißestadt aufmerksam gemacht, die Stadt punkte auch mit ihrer Offenheit gegenüber Dreharbeiten, so Rittweger. Vor allem für historische Stoffe sei die Kulisse gefragt.

Die MDM unterstützt in diesem Jahr 33 Medienprojekte, die eine Beziehung zu Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben, mit mehr als fünf Millionen Euro aus ihrem Fonds. "Ab April bis in den Sommer hinein ist die Hochzeit für Dreharbeiten", so Rittweger.

In Görlitz berichtet die Filmbeauftragte der Stadtverwaltung, Kerstin Gosewisch, von zahlreichen Anfragen - auch für dieses Jahr. "Wir haben eine Menge Motivanfragen." Mal seien leerstehende Häuser gewünscht, mal ganze Straßenzüge. Die Palette reiche von Dokus bis hin zu aufwendigen Produktionen. "Wenn man im Jahr zehn Anfragen hat, heißt das aber nicht, dass auch zehn Projekte nach Görlitz kommen", so Gosewisch.

Manche Projekte liegen monatelang auf Eis, andere Crews kommen kurzfristig - wie jüngst ein Team aus Indonesien: Im März wurde für einen Kinofilm über die Jugendjahre des Ex-Präsidenten Bacharuddin Jusuf Habibie gedreht. Görlitz stellt dabei das Aachen der 1950er-Jahre dar.

Gestern begannen in Görlitz die Dreharbeiten für den zweiten Teil des ARD-Krimis "Wolfsland". Bis Ende April stehen Yvonne Catterfeld und Götz Schubert an der Neiße und im Umland vor der Kamera. Was 2016 noch an Filmprojekten ansteht, verrät Kerstin Gosewisch nicht. "Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet."

Jüngst soll sich auch Regisseur und Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck in Görlitz für seinen neuen Film "Werk ohne Autor" umgesehen haben. Die Stadt wollte das nicht bestätigen. Bislang ist bekannt, dass für den Film im Sommer in Dresden und Umgebung gedreht werden soll.

Gosewisch spricht von einem steigenden Interesse an "Görliwood" - vor allem, seitdem der Hollywoodfilm "The Grand Budapest Hotel" hier gedreht wurde. 2015 standen Stars wie Emma Thompson für das Weltkriegsdrama "Jeder stirbt für sich allein" vor der Kamera. "Auch für Besucher der Stadt ist das ein Thema", so Gosewisch. Spezielle Führungen zu Drehorten und Schauplätzen seien gefragt. Zudem profitierten auch lokale Partner wie Hotels, Wirte und Caterer, Baumärkte sowie Sicherheitsdienste. "Die Effekte sind messbar."