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Gesuchter Rocker-Boss aus Cottbus in Wien gefasst

Der gesuchte Hells-Angels Boss ist gefasst worden.
Der gesuchte Hells-Angels Boss ist gefasst worden. FOTO: Ronald Wittek (dpa)
Leipzig/Wien. Nur einen Tag, nachdem die Polizei 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt hatte, ist ein gesuchter Hells-Angels-Boss in Wien gefasst worden. Wurde er verpfiffen? Inzwischen ist dessen Auslieferung nach Deutschland beantragt worden. dpa/uf

Der untergetauchte Leipziger Hells-Angels-Boss Markus Matz ist in Österreich gefasst worden. Der in Cottbus geborene Mann wurde am Mittwoch im Vereinslokal der Hells Angels in Wien festgenommen, wie das österreichische Bundeskriminalamt mitteilte. Nach der Festnahme des Leipziger Hells-Angels-Bosses in Wien ist dessen Auslieferung nach Deutschland beantragt worden. Ein entsprechendes Schreiben sei an die österreichischen Behörden übermittelt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Leipzig am Donnerstag.

Die Polizei war am Mittwoch nach einem Hinweis mit 100 Einsatzkräften vor dem Lokal erschienen. Der Gesuchte ließ sich laut Behördenangaben widerstandslos festnehmen. Erst am Tag zuvor hatte das sächsische Landeskriminalamt (LKA) 10 000 Euro Belohnung für Hinweise auf den 34-Jährigen ausgesetzt. Woher der Tipp an die Polizei kam, blieb offen.

Der Rocker-Boss war europaweit unter dem dringenden Tatverdacht des gemeinschaftlichen Mordes gesucht worden. Er soll am 25. Juni 2016 an einer Schießerei in Leipzig beteiligt gewesen sein, bei der ein 27 Jahre altes Mitglied des Rockerclubs United Tribuns getötet wurde. Zwei weitere Männer wurden damals lebensgefährlich verletzt. Der Verdächtige saß im vorigen Sommer bereits in Untersuchungshaft, wurde dann aber freigelassen und tauchte unter. Seit November hatte es einen neuen Haftbefehl gegeben.

Über den Zeitpunkt der Auslieferung nach Deutschland war zunächst noch nicht entschieden. Das LKA werde im Rahmen der internationalen Rechtshilfe ein Auslieferungsersuchen stellen, sagte Sprecher Tom Bernhardt in Dresden. "Ich nehme an, dass er dann zeitnah überstellt wird."

Wegen der tödlichen Schießerei in Leipzig sitzt seit vorigem Sommer ein weiteres Hells-Angels-Mitglied in U-Haft. Der 30-Jährige war kurz nach der Tat festgenommen worden. Die Anklage gegen ihn ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht fertig. Die Leipziger Hells Angels hatten sich kurz nach dem Vorfall aufgelöst.