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| 02:38 Uhr

Gefangene in Sachsens Knästen bildungsunwillig

Dresden. Nur gut ein Viertel der verurteilten Straftäter in sächsischen Gefängnissen nutzen die Chancen zur Ausbildung oder Qualifikation hinter Gittern. Im Juni waren nach Angaben des Justizministeriums 782 von 2919 Gefangenen in schulischer oder beruflicher Ausbildung. dpa/uf

Dabei schafften 80 von 98 Häftlingen den Schulabschluss - vier weniger als im Jahr zuvor. Die Absolventenquote sank von 87,5 auf 81,6 Prozent.

Unterrichtet und ausgebildet wurde vor allem in den Gefängnissen in Bautzen sowie Zeithain und im Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen. Dabei nimmt die Zahl der Häftlinge ohne Schul- und Berufsabschluss oder Job zu. "Die vergangenen Jahre zeigen, dass die meisten jungen Menschen bei Antritt ihrer Haftstrafe einen immer geringeren Bildungsstand mitbringen", berichtet Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). Nach einer Erhebung des Kriminologischen Dienstes zwischen 2011 und 2015 im Jugendstrafvollzug hatte nicht mal jeder Dritte bei Haftantritt einen Schulabschluss und nur vier Prozent einen Beruf. Die sächsische Justiz sieht den Erwerb von Schul- und Berufsabschluss als eines der wichtigsten Elemente der Resozialisierung. Dadurch werde die Chance auf die spätere soziale Integration und ein normales selbstständiges Leben erhöht, erklärt Gemkow.

Für 2016 stehen aber nur 17 Berufsabschlüsse zu Buche: Fachlagerist, Betriebsinformatiker, Fachkraft für Metalltechnik, Medientechnologe oder Hochbaufacharbeiter. "Die Statistik 2017 liegt noch nicht vor", sagt ein Ministeriumssprecher.