| 02:38 Uhr

Gefängnismitarbeiter überlastet

Dresden. Verwaltungsbeamte, Wärter und Bedienstete in den sächsischen Gefängnissen machen oft später Feierabend. Insgesamt knapp 77 000 Überstunden standen Ende Juni an, wie aus der jüngsten Antwort des Justizministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Landtag hervorgeht. Simona Block / dpa/uf

Danach schiebt rein statistisch gesehen jeder Beschäftigte und Beamte im Justizvollzug knapp 43 Stunden vor sich her.

Die Entwicklung ist Folge der Personalsituation: das hohe Durchschnittsalter von 47,2 Jahren drückt den Krankenstand nach oben, es gibt mehr personalintensive Ausführungen oder Bewachungen von Häftlingen, und auch der Zuwachs ausländischer Insassen in Folge der Flüchtlingskrise erhöhte den Arbeitsaufwand. So stieg die Zahl der Gefangenen in den zehn Justizvollzugsanstalten im ersten Halbjahr um knapp 150 auf fast 3590. Ende 2016 war schon mehr als jeder vierte Gefangene Ausländer, Ende Juni lag ihr Anteil bei 28 Prozent.

Im Vergleich zu 2010 hat sich die Überstundenzahl der Mitarbeiter laut Statistik mehr als verdoppelt. Seit Ende 2016 wurden 1470 Stunden abgebaut, vor allem im Januar, Februar und März. "Wenn alle regulär Beschäftigten da sind, ist das möglich", sagte der Ministeriumssprecher.

Der mit 0,45 Arbeitskraftanteilen je Haftplatz noch unter dem Bundesdurchschnitt liegende Personalschlüssel soll durch Maßnahmen zur besseren Personalausstattung so schnell wie möglich erhöht werden, sagte der Ministeriumssprecher. So stehen seit Januar 105 Stellen im Justizvollzug mehr zur Verfügung.

Von 90 Planstellen wurden bereits 85 besetzt, die restlichen sollen in Kürze folgen. Dazu kommen außerdem noch 15 Projektmittel-stellen.