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| 12:01 Uhr

Sachsen
Gedenken an Zerstörung Dresdens

Teilnehmer einer Kundgebung des Bündnises Dresden Nazifrei.  Foto: dpa
Teilnehmer einer Kundgebung des Bündnises Dresden Nazifrei. Foto: dpa FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Dresden. Die Zeiten sind vorbei, als Tausende Neonazis aufmarschierten. Aber das Erinnern an die Zerstörung der Stadt im Februar 1945 wird immer wieder von ihnen missbraucht. dpa

 Mehrere Hundert Menschen haben in Dresden dagegen demonstriert, dass Rechtsextreme das Gedenken an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg für sich vereinnahmen. Wie in den Vorjahren hatten sich Neonazis am Samstag vor dem Jahrestag in der Elbestadt versammelt, um die Luftangriffe britischer und amerikanischer Bomber im Februar 1945 ohne Hinweis auf die Ursachen des Krieges als vermeintliche „alliierte Kriegsverbrechen“ anzuprangern. Dagegen regt sich Widerstand – etwa beim traditionellen „Mahngang Täterspuren“.

Die vom Bündnis „Dresden Nazifrei“ organisierte Demonstration wurde aber kurzfristig verlegt und soll um den 8. Mai nachgeholt werden. Stattdessen gab es eine Kundgebung nahe dem Uniklinikum. Deren Teilnehmer beteiligten sich später auch am Gegenprotest in Reichweite des rechten Aufmarsches, der nach Angaben der Polizei etwa 500 Menschen zählte. An vielen Stellen der etwa sechs Kilometer langen Marschroute machten Menschen ihren Unmut über die Neonazis Luft. An einer Kreuzung musste der Zug an einer Sitzblockade vorbeigeführt werden. Die Polizei hatte schon im Vorfeld mit Blockaden gerechnet. Allerdings ging man nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre von einem friedlichen Verlauf aus. Diese Erwartung erfüllte sich. „Ich freue mich, dass dieser Tag friedlich und störungsfrei verlief und das umsichtige Handeln der Beamten daran einen Anteil hatte“, sagte Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar. Rund 1100 Beamte waren im Einsatz, darunter Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Im Jahr 2011 war es in Dresden zu massiven Ausschreitungen gekommen.

Am Dienstag wollen Dresdner Bürger erneut eine kilometerlange Menschenkette bilden. Sie soll ein Zeichen der Versöhnung und Verständigung sein und Menschen auf beiden Seiten des Elbufers verbinden.

Im Mittelpunkt des Gedenkens steht nicht zuletzt die Frauenkirche. Das im Krieg zerstörte Gotteshaus war mit Spenden aus aller Welt wieder aufgebaut worden. Viel Geld kam aus Großbritannien und den USA. Zum Zeitpunkt des ersten Angriffs läuten am späten Abend alle Kirchenglocken.

 Die Frauenkirche lädt zu einer „Nacht der Stille“. Die Dresdner Orchester geben Gedenkkonzerte.