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"Freie Kameradschaft Dresden" auf Anklagebank

Dresden. Einen Monat nach Beginn des ersten Prozesses am Amtsgericht kommen weitere mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Freien Kameradschaft Dresden" auf die Anklagebank. Am Dresdner Landgericht wird ab 23. dpa/fh

Juni gegen einen 19- und einen 27-Jährigen verhandelt. Den Dresdener Neonazis werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Sie sollen seit Sommer 2015 mehrfach Asylbewerber und andere Menschen angegriffen, drangsaliert und verprügelt haben.

Laut Anklage waren sie unter anderem an den Krawallen vor der Asylunterkunft in Heidenau im August 2015 sowie am Anschlag auf ein linksalternatives Wohnprojekt im Oktober 2015 in Dresden beteiligt und haben als "Kleine Bürgerwehr" auf dem Dresdner Stadtfest 2016 Ausländer geschlagen. Nach einem Bericht des Onlineportals Tag24 sollen sie "für regelrechte Hetzjagden" in Pirna und Dresden verantwortlich sein.

Der mehrfach vorbestrafte, ungelernte Fußbodenleger und der Einzelhandelskaufmann befinden sich in Untersuchungshaft. Die Kammer hat für den Prozess zunächst sieben Verhandlungstage bis zum 11. Juli geplant.

Die "Freie Kameradschaft Dresden" war bei Angriffen auf Asylunterkünfte in Freital, Heidenau und Dresden auffällig geworden, teils in Kooperation mit der unter Terrorverdacht stehenden "Gruppe Freital". Im Zuge der seit Mitte 2015 laufenden Ermittlungen gegen die Neonazi-Gruppe wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung waren neun Beschuldigte verhaftet worden. Seit Mitte Mai läuft am Amtsgericht der Prozess wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Volksverhetzung gegen einen 30-Jährigen. Auch gegen die restlichen Beschuldigten wurde Anklage erhoben, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte.