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| 19:02 Uhr

Natur
Flussperlmuscheln überstehen Hochwasser im Vogtland

Es gab Befürchtungen den Überschwemmungen im Vogtland wären etliche nachgezüchtete Flussperlmuscheln zum Opfer gefallen.
Es gab Befürchtungen den Überschwemmungen im Vogtland wären etliche nachgezüchtete Flussperlmuscheln zum Opfer gefallen. FOTO: dpa / Angelika Warmuth
Bad Schandau/Adorf. Überschwemmungen rund um Adorf im Vogtland vor zwei Wochen haben auch langjährige Aufzuchtversuche der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel gefährdet. „Zuerst haben wir Schlimmeres befürchtet.

Doch die meisten Muscheln haben das Hochwasser wohl gut überstanden“, erklärte Felix Grunicke, der zur verantwortlichen Arbeitsgruppe an der TU Dresden gehört. Die Arbeitsgruppe wildert seit 2015 nachgezüchtete Jungmuscheln in sechs vogtländischen Gewässern im Einzugsgebiet der Weißen Elster aus – dem jetzigen Schwerpunkt des Vogtland-Hochwassers. Früher gab es hier mehrere Tausend Exemplare.

In den letzten Tagen haben erste Untersuchungen stattgefunden, die aber wegen neuer Regenfälle teils unterbrochen wurden. Bisher blieb lediglich eine Kiesbox verschollen, in der sich Jungmuscheln befanden. Rund 50 solcher Boxen fanden sich wieder, teils flussabwärts geschwemmt. Unbeaufsichtigt würden die Tiere in den Boxen versanden und ersticken.

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts bevölkerten die Flussperlmuschel und die Malermuschel viele Flüsse in Deutschland. Heute gelten sie als gefährdet oder sind vom Aussterben bedroht. Im Projekt „ArKoNaVera“ suchen Forscher der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig nach Strategien, um diese Großmuscheln in deutschen Gewässern zu retten. „ArKoNaVera“ wurde im Januar 2018 im Rahmen des Wettbewerbs der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit dem Titel „Muschelschutz 2.0 – Herausforderungen beim Erhalt natürlicher Wasserfilter“ ausgezeichnet.

(dpa)