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| 01:11 Uhr

Festwoche für neues Stadion in der Aue

Mit einer Festwoche begeht die Stadt Flöha die „Wiedergeburt“ ihres Auenstadions. Besonders glücklich darüber ist der Förderverein für Nachwuchssport Flöha. Von Carola Benz

"Für unsere Kinder- und Jugendarbeit im Fußball, Basketball, Triathlon oder der Leichtathletik ist die Anlage lebensnotwendig. Wir haben jetzt mit Stadion, Kunstrasen und Kleinfeldplatz optimale Bedingungen", freut sich Geschäftsführer Gunter Pech. Immerhin habe der Verein schon einen Vizeeuropameister im Triathlon und mehrere Juniorentalente im Fußball hervorgebracht. Auch der "große" TSV Flöha benötige den Platz dringend.
Wie der Name schon sagt, liegt das Auenstadion in einer Flussniederung. Das war ihm am 13. August 2002 zum Verhängnis geworden. Durch den Einsturz einer Brücke wurden die Wassermassen der Flöha gestaut und suchten sich neue Wege. Dann ergossen sie sich mit brachialer Gewalt auf das Gelände hinter dem Damm und machten alles platt.
Eine zeitlang wurde in der Stadt über einen Wiederaufbau an anderer Stelle, außerhalb der hochwassergefährdeten Zone diskutiert. Doch das neue Stadion ist nahezu an gleicher Stelle errichtet worden. "40 Meter weiter landwärts", korrigiert Oberbürgermeister Friedrich Schlosser (CDU). Auch sei der Grund um vier Meter erhöht und das Gelände mit einer Drainage versehen worden. Beim Starkregen in der Chemnitzer Region am 8. Juli hätten alle Abflusssysteme bestens funktioniert.
Wie Schlosser betont, ist der Standort mit der neuen Hochwasserschutzkonzeption des Freistaates abgestimmt worden. "Wir hatten auch keine andere Wahl. Wir haben uns wieder dafür entschieden, weil unsere Schulen in der Nähe sind und der Sportunterricht hier stattfindet. Die Schüler zu weiter entfernteren Sportplätzen zu transportieren, käme uns auf Dauer viel zu teuer", sagt der Oberbürgermeister.
Außerdem sei davon auszugehen, dass eine Überflutung wie 2002 kein zweites Mal passiert. Die großen Schäden am Unterlauf der Flöha seien entstanden, weil der Fluss durch den Brückeneinsturz aus seinem Bett gesprungen sei, sagt Schlosser. Bei "normalem" Hochwasser in der Aue am Zusammenfluss von Flöha und Zschopau laufe das Wasser über den Sportplatz "drüber weg". Außerdem werde der Damm noch um einen Meter erhöht, versichert er.
Insgesamt kostete der Bau mehr als drei Millionen Euro. Dank frühzeitiger Planungen erreichte die Stadt eine 90-prozentige Förderung aus Mitteln zur Beseitigung der Hochwasserfolgen. "Wir haben ein sehr schönes Stadion, aber es ist kein Luxusbau", versichert Schlosser.
Insgesamt waren die Hochwasserschäden an der Infrastruktur in Flöha mit 120 Millionen Euro beziffert worden. Inzwischen sei die Stadt schöner denn je aus der Flut "aufgetaucht", zeigt sich der Oberbürgermeister überzeugt.