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Wirtschaft
Geplatzte Hoffnung in Leppersdorf?

In Leppersdorf betreibt die Müller Gruppe bereits eine moderne Produktion der Marke Sachsenmilch.
In Leppersdorf betreibt die Müller Gruppe bereits eine moderne Produktion der Marke Sachsenmilch. FOTO: Oliver Killig
Osnabrück/Leppersdorf. Der Feinkost-Hersteller Homann scheint seine Pläne für eine Großinvestition im sächsischen Leppersdorf (Landkreis Bautzen) aufgeben zu haben. Im Sommer 2017 hatte die Müller-Gruppe mitgeteilt, die Konzerntochter Homann werde nach Leppersdorf umziehen und ab 2020 am neuen Standort produzieren. Die Werke in Niedersachsen sollten geschlossen werden. In Leppersdorf hatte Müller eine Investition von rund 500 Millionen Euro angekündigt.

Das Homann-Werk in Dissen (Landkreis Osnabrück) wird nicht geschlossen. Davon ist Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach Gesprächen mit der Geschäftsführung des Feinkostherstellers überzeugt: „Der Produktionsstandort Dissen scheint gerettet“, sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Unternehmensgruppe Theo Müller, zu der Homann gehört, hatte vor einem Jahr einen Umzug ins sächsische Leppersdorf angekündigt.

Nach zahlreichen intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung und einem Briefwechsel mit dem Chef der Homann-Muttergruppe Müller, Theo Müller, habe er „den ernsthaften Eindruck“, dass Müller an dem Produktionsstandort Dissen festhalten werde, sagte Althusmann. „Voraussichtlich noch im Laufe des Monats“ erwarte er die offizielle Entscheidung des Unternehmens, sagte der Minister.

Im vergangenen Juni hatte Müller die Verlagerung des Homann-Werkes ins sächsische Leppersdorf angekündigt, betroffen wären etwa 1200 Mitarbeiter. Daraus werde nun wohl nichts, sagte Althusmann. „Das Projekt Sachsen ist aus dem Spiel, Niedersachsen ist wieder im Spiel“, sagte Althusmann. Nach Informationen unserer Redaktion waren unter anderem die von Sachsen in Aussicht gestellten Millionensubventionen zuletzt infrage gestellt worden.

(noz/si)