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| 19:32 Uhr

Sachsen
Große Betroffenheit in Pulsnitz

Der Fall von Linda W. treibt die Menschen in Pulsnitz um.
Der Fall von Linda W. treibt die Menschen in Pulsnitz um. FOTO: Sebastian Willnow
Pulsnitz/Bagdad. Bürgermeisterin der sächsischen Stadt: Linda W. war „ganz normale Schülerin“. dpa

Freunde der früheren IS-Anhängerin Linda W. aus Pulsnitz haben sich nach Angaben der Bürgermeisterin über das Schicksal ihrer einstigen Mitschülerin betroffen gezeigt. „Sie leiden darunter, weil sie nicht verhindern konnten, dass Linda weggegangen ist. Weil sie nicht gemerkt haben, was sich da tatsächlich anbahnt“, sagte die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke (parteilos) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei wichtig, diesen Menschen einen Rückhalt zu geben. „Sie war eine ganz normale Schülerin mit einem ganz normalen Umfeld. Linda war in ihrer Klasse auch nicht isoliert.“

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die heute 17 Jahre alte Linda wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS und illegalen Grenz­übertritts im Irak für sechs Jahre ins Gefängnis muss. „Ich wünsche der Familie von Linda, dass sie nun zur Ruhe kommt“, sagte die Bürgermeisterin der sächsischen Kleinstadt. Die Klarheit über das Strafmaß könne dazu beitragen. Lüke zufolge wird die Familie von Fachleuten betreut.

Nach den Worten der Bürgermeisterin hat das starke mediale Interesse an dem Fall die Stadt Pulsnitz vor eine Belastungsprobe gestellt. Die Bevölkerung habe angesichts der Medienpräsenz zunehmend genervt auf das Thema reagiert: „Man wusste wenig, aber jeder hatte eine Meinung. Da wurde von verschiedenen Seiten auch Stimmungsmache betrieben.“

Linda W. war im Sommer 2016 aus Pulsnitz verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war. Sie soll über Internetchats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden und sich radikalisiert haben. Im Sommer 2017 wurde sie im Irak festgenommen und inhaftiert.