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| 20:42 Uhr

Zur Vorsicht aufgerufen
Fahndung nach drittem Tatverdächtigen

Das Foto, von der Polizei Sachsen herausgegeben, zeigt das Porträt eines mutmaßlichen dritten Mittäters im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Chemnitz.
Das Foto, von der Polizei Sachsen herausgegeben, zeigt das Porträt eines mutmaßlichen dritten Mittäters im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Chemnitz. FOTO: dpa / ---
Dresden. Gut eine Woche nach dem Tötungsfall von Chemnitz fahnden die Behörden nach einem dritten Tatverdächtigen. Die Bürger werden zur Vorsicht aufgerufen, weil der Mann bewaffnet sein könnte. dpa

Mehr als eine Woche nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen in Chemnitz sucht die Polizei nach einem dritten Tatverdächtigen. Das Amtsgericht Chemnitz habe am Vormittag Haftbefehl erlassen, sagte der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl am Dienstag im Landtag. Der Gesuchte sei ein Asylbewerber aus dem Irak. Das Amtsgericht ordnete eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 22-Jährigen an. Die Polizei bat um Hinweise zum Aufenthaltsort und rief zur Vorsicht auf, da der Mann bewaffnet sein könnte.

Kurz nach der Bluttat am 26. August waren ein 22- und 23-jähriger in der Nähe des Tatorts in der Chemnitzer Innenstadt festgenommen worden. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Bisher hatten die Behörden die Männer als Iraker und Syrer bezeichnet. Doch dies ist nun nicht mehr mit Sicherheit geklärt.

Denn das Bundesinnenministerium teilte am Dienstag mit, dem mutmaßlichen Syrer sei im September 2015 „im schriftlichen Verfahren die Anerkennung als Flüchtling gewährt“ worden. Seine Angaben zur Identität beruhten aber auf einer Selbstauskunft. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wolle diese Angaben von Alaa S. nun „im Rahmen des laufenden Widerrufsverfahrens“ überprüfen.

Der zweite Tatverdächtige Yousif A. habe bei der Anhörung im Asylverfahren im November 2017 einen irakischen Personalausweis sowie weitere Dokumente vorgelegt, die sich später als „Totalfälschungen“ entpuppt hätten. Das Ergebnis der dokumententechnischen Überprüfung durch das Bamf lag den Angaben zufolge allerdings erst im Juni 2018 vor. Sein Asylantrag wurde inzwischen abgelehnt. Die Ablehnung ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die Situation in Chemnitz bleibt nach Darstellung von Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) angespannt. „Die Regierung steht fest hinter Chemnitz“, betonte der Minister am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Die Stadt und ihre Bevölkerung müssten nun zur Ruhe kommen.