Mit Fördergeld des europäischen Programms Interreg hat das Schlesische Museum Görlitz gemeinsam mit polnischen und tschechischen Partnen drei Projekte erfolgreich umgesetzt. Dafür gibt es nun einen Preis der Euroregion Neiße-Nisa-Nysa. Das teilt Martina Pietsch vom Görlitzer Museum mit.

Hinterglasmalerei. Die Görlitzer Museumsmitarbeiter hatten es geschafft, erstmals Fachwissenschaftler zusammenzubringen, um den Forschungsstand zur schlesischen Hinterglasmalerei festzustellen und zukünftige wissenschaftliche Fragestellungen auf diesem Gebiet zu formulieren. 2016 und 2017 wurden Forschungstreffen mit dem Riesengebirgsmuseum in Hirschberg/Jelenia Góra, dem Ethnologischen Institut des Mährischen Landesmuseums Brünn/Brno und dem Ethnologischen Institut der Akademie der Wissenschaften Prag/Praha ein Forschungstreffen organisiert.

Das Görlitzer Museum selbst hat 110 Hinterglasbilder aus Kaiserswalde/Lasówka in der Grafschaft Glatz aus der Zeit um 1800 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Hinterglasmalereien sind eine besonders attraktive Sparte der Volkskunst und ein beliebtes Sammelgebiet. Ihre Blüte war  zwischen 1770 und 1870. Die bunten Tafeln mit Motiven aus dem Bilderschatz der Volksfrömmigkeit waren auch in den katholischen Gegenden Schlesiens weit verbreitet. Sie hatten häufig ihren Platz in Wegkapellen und in den häuslichen „Herrgottswinkeln“ der Wohnstuben.

Historische Fotos. Mit dem Riesengebirgsmuseum in Hirschberg (Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze) wurde 2017 bis 2018 ein zweites Projekt durchgeführt. Die Partnermuseen erarbeiteten eine Präsentation von 32 historischen Fotos aus der Sammlung des Hirschberger Museums, die den Bau der Eisenbahnstrecke von Hirschberg nach Löwenberg in Schlesien/i.S.) 1902-1912 dokumentieren. Ergänzend dazu erschien eine Broschüre und wurden Exkursionen durchgeführt.

Münzen-Ausstellung. Das Ergebnis des dritten Projektes ist gerade in der Sonderausstellung „Kopf und Zahl. Geschichte des Geldes in Schlesien“ im Görlitzer Museum zu sehen. Attraktion ist der große Münzfund von Krausendorf/Debrznik, der im Webereimuseum in Landeshut i.S. (Muzeum Tkactwa w Kamiennej Górze) aufbewahrt wird. Der aus über 6000 Münzen des 15. und 16. Jahrhunderts bestehende Fund wurde Dank der Interreg-Förderung konserviert und erstmals präsentiert.

Münzbilder und Aufschriften erzählen immer auch Geschichte. Sie zeigen wechselvolle Herrschaftsverhältnisse und die Entwicklung des Münzgeldes in Schlesien. Politische, wirtschaftliche und kulturhistorische Aspekte des Geldes werden betrachtet, sagt Martina ­Pietsch. In einer deutsch- und polnischsprachigen Broschüre ist der Münzfund beschrieben und abgebildet.