ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:54 Uhr

Geschichte
Erste umfassende Dokumentation zu NS-Konzentrationslager Sachsenburg

Verfallen wirkt das Fabrikgebäude einer Spinnerei in Frankenberg, das einst von den Nazis als Konzentrationslager genutzt wurde.
Verfallen wirkt das Fabrikgebäude einer Spinnerei in Frankenberg, das einst von den Nazis als Konzentrationslager genutzt wurde. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Dresden. Die Geschichte des früheren Konzentrationslagers Sachsenburg bei Chemnitz ist erstmals in einer neuen Publikation umfassend aufgearbeitet werden. Der Sammelband mit 25 Beiträgen von 19 Autoren erscheint am Donnerstag, wie das Wissenschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

„Während viele Verbrechen der Nationalsozialisten (...) bereits umfassend aufgearbeitet und bewertet wurden, stehen wir beim Konzentrationslager Sachsenburg noch am Anfang“, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Unter den so genannten frühen KZ der Nationalsozialisten in Sachsen existierte es am längsten.

Stange sieht die Einrichtung einer Gedenkstätte an dem Standort weiter auf einem guten Weg. Am Mittwochabend wollte sich der Stadtrat in Frankenberg mit dem Thema beschäftigen. Sobald dessen Beschluss vorliegt, könnten laut Stange die konzeptionellen Arbeiten weitergehen. Die finanziellen Mittel seien in den Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2019/2020 des Freistaats angemeldet, die Entscheidung treffe der Landtag.

Seit Jahren kämpfen mehrere Initiatoren für eine Gedenkstätte im früheren KZ Sachsenburg. Es war im April 1933 in der damaligen Spinnerei Textilia unterhalb des Schlosses Sachsenburg eingerichtet worden. Seine Schließung erfolgte offiziell am 9. Juli 1937, am 9. September 1937 wurden die letzten Gefangenen abtransportiert. Jüngsten Erkenntnissen zufolge wurden dort mehr als 7000 Menschen geknechtet, gequält und manche von ihnen auch getötet.

(dpa)