| 02:38 Uhr

Ermittlungen nach Busbrand mit 18 Toten gehen weiter

Münchberg. Nach der Brandtragödie mit 18 Todesopfern auf der Autobahn 9 in Oberfranken führen Polizei und Staatsanwaltschaft ihre aufwendigen Ermittlungen weiter. "Hier steht jetzt so viel Arbeit an", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Bayreuth. dpa/kr

Vor allem Sachverständige seien nun am Zug, um die Unfallursache zu klären. Auch die Identifizierung aller Todesopfer dauert noch an.

Zurzeit befinden sich noch zehn Reisende aus Sachsen in Krankenhäusern. Bisher konnten nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden vom Mittwoch 16 verletzte Businsassen entlassen werden. Viele wurden von Angehörigen abgeholt und sieben Betroffene vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) nach Hause zurücktransportiert. Die ersten sieben Leichtverletzten hatten schon Montag die Heimreise angetreten. Insgesamt überlebten 26 Menschen aus dem Freistaat und vier Brandenburger das flammende Inferno auf der Autobahn bei Münchberg

Indes dringt der ADAC auf strengere gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von Notbremsassistenten. Für neu zugelassene Busse und Lastwagen sind diese seit 2015 vorgeschrieben - müssen aber etwa bei Lkw mit mehr als acht Tonnen das Tempo nur um zehn km/h drosseln können. "Im November 2018 kommt eine Verschärfung, dann müssen sie bis zu 20 km/h verringern können", sagte eine Sprecherin des Autoclubs. Die gesetzlichen Vorgaben müssten schärfer werden: "Ein Bus fährt bis zu 100 km/h. Bei der Masse, die da kommt, reicht das nicht." Zumal die Zahl der Baustellen auf Jahresfrist um ein Fünftel gestiegen sei. "Es gibt also auch immer mehr Staus, wo solche Unfälle passieren."

Der ADAC hatte Lkw-Notbremsassistenten getestet und als effektiv beurteilt. Eine ähnliche Untersuchung mit solchen Systemen für Pkw ergab, dass die Sensoren gut bei der Erkennung von Hindernissen funktionieren. Allerdings gab es Probleme bei nasser Fahrbahn und wenn bestimmte Sensoren abgedeckt waren, wie es etwa durch Laub oder Vogelkot passieren könnte. Insgesamt kam der Autoclub aber zu dem Urteil, ein Notbremsassistent stelle neben dem Elektronischen Stabilitätsprogramm den bestmöglichen Unfallschutz dar. "Deshalb sind die Hersteller aufgefordert, sie zuverlässig zu konstruieren und serienmäßig für alle Fahrzeugklassen anzubieten."

Die Sprecherin sagte: "Die Systeme müssen ausgereifter werden." Nach dem Gurt und dem Airbag sei der Notbremsassistent aber sicher ein guter Schutz bei Unfällen. Laut ADAC-Unfallforschung sind knapp ein Viertel aller Unfälle in Deutschland mit Personenschäden Auffahrunfälle. "Rund 40 Prozent davon wären durch den Einsatz eines Notbremsassistenten zu vermeiden." Dank der Systeme könnte der Fahrzeugbesitzer auch Kosten für sonst entstandene Schäden sparen.